Trifid des Nordens (NGC 1579)

NGC 1579
NGC 1579: Trifid des Nordens in Perseus; 500 mm Cassegrain f=3625mm / f7.2; SBIG STL11K; 110+3*30 min LRGB; Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik

Geschichte

Der galaktische Nebel NGC 1579 wurde am 27. Dezember 1788 vom deutsch-britischen Astronomen Wilhelm Herschel entdeckt. Er führte ihn in seinem Katalog als Objekt «WH I 217». John L. E. Dreyer nahm den Nebel als NGC 1579 in seinem 1888 erschienenen «New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars» auf und beschrieb ihn wie folgt: «ziemlich hell, sehr gross, irregulär rund, viel heller in der Mitte, Stern 8. Grösse in 2 Bogenminuten Entfernung bei Positionswinkel 350°». [196, 313]

Physikalische Eigenschaften

NGC 1579
NGC 1579: Aufnahme mit dem Hubble Weltraumteleskop. © ESA/Hubble & NASA [353]

Der Name «Trifid des Nordens» ist durch den besser bekannten Trifidnebel (Messier 20) inspiriert, welcher viel weiter südlich im Sternbild Sagittarius (Schützen) liegt. Der Nebel zeigt ein ähnliches Erscheinungsbild aus verwirbelten Wolken aus Gas und Staub. Es handelt sich hier um eine grosse, staubreiche Region in dem neue Sterne entstehen. Diese jungen Sterne sind sehr heiss und leuchten dadurch mit einem hohen Anteil an blauem und ultraviolettem Licht. Die in ihrem kurzen Leben abgegebene energiereiche Strahlung bringt den umliegenden Gasnebel zum Leuchten. Viele solcher H-II Regionen haben klumpige, irreguläre Formen, geformt durch die starken stellaren Winde der jungen Sterne. Ihr Dasein ist relativ kurz, da die Sterne mit der Zeit Gas und Staub wegblasen und nur Sterne übrig bleiben. [353]

California-Molekülwolke
California-Molekülwolke: NGC 1579 ist ein Teil davon [354]

Die zentrale Region der Dunkelwolke L1482 wird durch den Stern LkHα 101 erhellt, der etwa 8000-fache heller als die Sonne strahlt. Spektral- und Radiobeobachtungen lassen vermuten, dass dieser heisse Stern von einer kleinen H-II Region innerhalb einer dicken Staubwolke umgeben ist. Etwa 35 viel schwächere Sterne wurden in der Wolke entdeckt, deren Farbe-Helligkeit-Verteilung auf ein Alter von etwa 500'000 Jahren vermuten lässt. Weiterhin gibt es mindestens fünf helle B-Typ Sterne von etwa gleichem Alter. [354] NGC 1579 befindet sich innerhalb einer gigantischen Molekülwolke bekannt als die California-Molekülwolke, benannt nach dem Californianebel, welcher dessen prominentestes Merkmal ist. [355] Die Entfernung von NGC 1579 zur Erde beträgt etwa 730 Parsec, etwa 2400 Lichtjahre. [145]

Revised+Historic NGC/IC Version 22/9, © 2022 Dr. Wolfgang Steinicke [277]
Bezeichnung NGC 1579
Typ RN
Rektaszension (J2000.0) 04h 30m 14.2s
Deklination (J2000.0) +35° 16' 47"
Durchmesser 12 × 8 arcmin
Metrische Entfernung 0.800 kpc
Dreyer Beschreibung pB, vL, iR, mbM, * 8 350°, 2'
Identifikation, Anmerkungen WH I 217; h 315; GC 853; LBN 766; Sh2-222

Auffindkarte

Der galaktische Nebel NGC 1579 befindet sich im Sternbild Perseus. Die beste Beobachtungszeit ist August bis März, wenn das zirkumpolare Sternbild nachts am höchsten steht.

Auffindkarte Trifid des Nordens (NGC 1579)
Trifid des Nordens (NGC 1579) im Sternbild Perseus. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

400 mm Öffnung: Mit 21 mm Ethos Okular (85-fach) und ohne Filter ist ein dreieckiger Nebel erkennbar. Ein O-III Filter bringt keine Verbesserung. Mit 9 mm Nagler Okular (200-fach) ist im Nebel etwas Struktur erkennbar. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Bernd Nies

762 mm Öffnung: Trifid-Nebel des Nordens erinnert mit dreiteiligen Dunkelstellen an sein südlichen Partner. — 30" f/3.3 Slipstream Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Eduard von Bergen

Objekte innerhalb eines Radius von 15°

Quellenangaben