NGC 7000, Nordamerikanebel

Objektbeschreibung

NGC 7000
Nordamerika- und Pelikannebel. Oben rechts Deneb (α Cygni). Ausschnitt aus DSS2 [147]

NGC 7000 ist eine grosse Wolke, bestehend aus leuchtendem Gas und dunklem Staub. Der Name «Nordamerikanebel» lässt sich auf den deutschen Astronomen Dr. Max Wolf (1863-1932) zurückführen, da ihn die Umrisse der leuchtenden H-II Region mit der Dunkelwolke daran erinnerten. Der westliche Teil, welche durch eine Dunkelwolke abgetrennt erscheint, hat die Nummer IC 5070 und den Spitznamen «Pelikannebel» erhalten, da er etwas einem sitzenden Pelikan gleicht, der seinen langen Schnabel an die Brust hält und in Richtung Osten zum Nordamerikanebel schaut. Etwa 1.5° südlich davon liegt nochmals ein leuchtender Nebel, der die Bezeichnung IC 5068 erhalten hat.

Der Stern Deneb (α Cygni) gilt traditionellerweise als die Hauptquelle, welche die H-II Region zum Leuchten anregt, doch es ist auch wahrscheinlich, dass mehrere Sterne in dieser Region ihren Teil dazu beitragen. Der offene Sternhaufen NGC 6997 erscheint mitten im Nebel, doch ist nicht gewiss, ob er sich in derselben Entfernung befindet. Die Distanz zum Nebel wird auf etwa 1600 Lichtjahre geschätzt, welche in etwa mit der errechneten Distanz des Sterns Deneb übereinstimmt. Die wahre Entfernung des Sterns zum Nebel kann nicht viel weniger als 70 Lichtjahre betragen. Der Nebel selbst misst etwa 45 Lichtjahre. [4]

Koordinaten in B2000.0. «The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142].
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
IC 5068Nb20 50.8+42 31Cyg80.vF
IC 5070Nb20 50.8+44 21Cyg80.F, dif
NGC 6996OC20 56.4+45 28CygCl, P, lC
NGC 6997OC20 56.5+44 38Cyg15.10.Cl, P, lC, st L
NGC 7000Nb20 58.8+44 20Cyg120.F, eeL, dif nebulosity

Auffindkarte

Der Nordamerikanebel liegt nur etwa 3° westlich des hellen Sternes Deneb (α Cygni) im Sternbild Schwan (Cygnus). In den Monaten April bis November steht er nachts am höchsten am Himmel und kann am besten beobachtet werden.

Karte
Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro erstellt. [149]

Visuelle Beobachtung

In klaren, dunklen Nächten, wenn der Nordamerikanebel im Zenit steht, kann er mittels O-III Filter von blossem Auge gesehen werden. Als Beobachtungsinstrument empfiehlt sich eine Kombination aus Fernrohr und Okular, welches etwa 2° oder mehr Blickfeld bietet, damit der Nebel als Ganzes sichtbar und die Form erkennbar wird. Ist die Vergrösserung zu stark, verliert man sich in den Flächen aus hell und dunkel.

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