Quasar J014709+463037, Andromedas Fallschirm

Objektbeschreibung

Quasar J014709+463037
Links: Die vier Bilder A-D des Quasars J014709+463037 und die Position der für den Gravitationslinsen-Effekt verantwortliche Galaxie G markiert mit einem X. Farbaufnahme mit g (blau), i (grün) und z (rot) Filtern. Rechts: 2' Ausschnitt mit y-Filter. Aufnahmen mit dem Pan-STARRS1 1.8m Teleskop auf Hawaii. [329]

Seit der Entdeckung des ersten Gravitationslinsen-Quasars QSO 0957+561A/B im Jahre 1979 durch Walsh et al. wurden solche Gravitationslinsen zu einem wichtigen Instrument zur Bestimmung der kosmologischen und der Hubble-Konstanten. Bei J014709+463037 handelt es sich um eine durch eine Galaxie im Vordergrund erzeugte Gravitationslinse, welche gleich ein vierfaches Bild eines dahinter liegenden, viel weiter entfernten Quasars erzeugt.

Der Quasar wurde von Berghea et al. auf Aufnahmen vom Dezember 2016 mit dem 1.8 Meter Ritchey–Chrétien Teleskop auf dem Gipfel des Haleakala auf der Hawaiianischen Insel Maui durch Zufall entdeckt. Das Teleskop gehört zum «Panoramic Survey Telescope and Rapid Response System» (Pan-STARRS1). Die scheinbare visuelle Helligkeit der vier Quasar-Bilder liegt im Bereich von 15.4 mag bis 17.7 mag. Die Rotverschiebung beträgt etwa z = 2.377 ± 0.007, was einer Entfernung von etwa 11 Milliarden Lichtjahre entspricht. Die Rotverschiebung der viel schwächeren Vordergrundgalaxie beträgt etwa z ≈ 0.57, also eine Entfernung von etwa 7 Milliarden Lichtjahre. J014709+463037 ist einer der wenigen vierfachen Gravitationslinsen mit z > 2, deren Einzelbilder relativ hell und von erdgebundenen Teleskopen aufgelöst werden können. [329, 330]

Name   : J014709+463037
RA     : 01h 47m 09s
Dec    : +46° 30' 37"
Mag (g): A 15.6, B 15.7, C 16.4, D 18.0
Mag (r): A 15.4, B 15.5, C 16.2, D 17.7
z      : 2.377

Auffindkarte

Der Quasar J014709+463037 befindet sich im Sternbild Andromeda zwischen den Sternen υ Persei und Almach (γ Andromedae), etwa 2.5° von υ Persei entfernt. Zwischen den beiden 35' voneinander entfernten Sternen HR 518 (6.3 mag) und HD 10712 (7.9 mag) sucht man nach den im 1° und 15' Closeup gezeigten Sternmustern. Die beste Beobachtungszeit ist Juli bis Februar.

Karte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

M 51 Skizze
J014709+463037: 30" f/3.3 Dobson, 15s bei ISO 12'8000, Hasliberg, © 25. 10. 2019, Eduard von Bergen

762 mm Öffnung: Vier Komponenten innerhalb 3 Bogensekunden, visuell und fotografisch nicht trennbar. Mit Hilfe der Aufsuchkarten rasch und gut auffindbar, eindeutig zu identifizieren anhand Umgebungssternen. Identifikation auf dem Foto wegen ähnlich grossen und ausgeleuchteten Sternen gestaltet sich schwieriger als visuelle Sichtung.

— 25. 10. 2019, Eduard von Bergen

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