Silbersplitter-Galaxie (NGC 891)

NGC 891
NGC 891: Edge-On Silbersplitter-Galaxie NGC 891 in Andromeda; 500 mm Cassegrain f=3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 310+40+40+40 min LRGB; Berner Oberland; © 2015 Radek Chromik [32]
NGC 891
NGC 891: Edge-On Silbersplitter-Galaxie NGC 891 in Andromeda; 500 mm Cassegrain f=3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 160+40+40+40 min LRGB; Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik [32]

Geschichte

Entdeckt wurde diese Galaxie wie so oft von Wilhelm Herschel am 6. Oktober 1784 mit seinem 18.7" Spiegelteleskop von 20 Fuß Brennweite. Er trug sie als V 19 ein, wobei die Klasse «V» für sehr große Nebel stand. Er beschrieb sie wie folgt: «bemerkenswert hell, sehr länglich, darüber 15' Länge 3' Breite eine schwarze Unterteilung von 3' oder 4' Länge in der Mitte» [463] John L. E. Dreyer trug die Galaxie als NGC 891 in seinen 1888 erschienenen «New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars» ein. [313] Wegen ihres Aussehens hat sie im englischen Sprachraum den Spitznamen «Silver Sliver» (Silbersplitter) erhalten.

Physikalische Eigenschaften

Die Galaxie NGC 891 sehen wir direkt von der Kante, ähnlich NGC 4565 im Sternbild Coma Berenices. Auffällig ist das schön mittig liegende dichte Staubband. Man glaubt auf eine Miniatur-Ausgabe unserer Milchstraße zu blicken. In der Tat sind beide Galaxien sowohl in Aussehen wie der Größe sehr ähnlich. Die Galaxie ist vom Typ SA(s)b?, wobei das «b» für die Öffnung der Spirale aufgrund der Kantenlage unsicher ist. Auf Simbad findet man Messungen für die Geschwindigkeit von 528 km/s bis 560 km/s und für die Entfernung von 8.36 Mpc bis 10 Mpc. [145]

QSO J0222+4221
QSO J0222+4221: Quasar in der Nähe von NGC 891. Ausschnittsvergrösserung aus dem Foto von Radek Chromik. [32]

In der Nähe der Galaxie, aber mit einer viel größeren Rotverschiebung von z ≈ 1.181 in einer Entfernung von rund 3.7 Gpc (12.3 Gly) viel weiter entfernt liegt der Quasar QSO J0222+4221 (auch bekannt als NGC 891 X4 oder CX0 J02224+4221). Der Quasar ist mit einer scheinbaren R-Magnitude von 17.41 sichtbar. [145]

Revised+Historic NGC/IC Version 22/9, © 2022 Dr. Wolfgang Steinicke [277]
Bezeichnung NGC 891
Typ Gx (Sb)
Rektaszension (J2000.0) 02h 22m 33.0s
Deklination (J2000.0) +42° 20' 50"
Durchmesser 11.7 × 1.6 arcmin
Fotografische (blaue) Helligkeit 10.8 mag
Visuelle Helligkeit 9.9 mag
Oberflächenhelligkeit 13.6 mag·arcmin-2
Positionswinkel 22°
Rotverschiebung (z) 0.001761
Entfernung abgeleitet von z 7.44 Mpc
Metrische Entfernung 10.200 Mpc
Identifikation, Anmerkungen WH V 19; h 218; GC 527; UGC 1831; MCG 7-5-46; CGCG 538-52; IRAS 02195+4209

Auffindtipp für NGC 891

Die Galaxie befindet sich im Sternbild Andromeda. Verbinde die beiden Sterne Almach (γ1 Andromedae) und Algol (β Persei). Etwa 3.5° von Almach auf dieser Linie befindet sich die Galaxie. NGC 891 ist zwar zirkumpolar, steht aber in den Monaten Juni bis Februar am höchsten am Nachthimmel.

Auffindkarte Silbersplitter-Galaxie (NGC 891)
Silbersplitter-Galaxie (NGC 891) im Sternbild Andromeda. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

300 mm Öffnung: Die Galaxie NGC 891 erscheint als heller, langer Strich mit einer verdickten Mitte auf. Das mittige, dunkle Staubband ist sehr auffällig. Bei zunehmender Vergrößerung erhöht sich der Kontrast gegenüber dem Himmelshintergrund. Ein schöner Anblick wie eine Miniversion unserer Milchstrasse. — 300 mm f/4 Popp-Newton, Bernd Nies

QSO J0222+4221
QSO J0222+4221: EAA, entspricht in etwa visuellem Eindruck; Canon EOS R an 30" SlipStream-Dobson f/3.3; 10s bei ISO 32'000; Hasliberg; © 3. 2. 2024 Eduard von Bergen [30]

400 mm Öffnung: Die Galaxie mit dem markanten Staubband ist mit dem 9-mm Nagler Okular gut zu sehen. Anhand der beiden Sterne am Rande der Galaxie konnte die Position des Quasars leicht bestimmt werden. Der dritte Stern in dieser Reihe war nur hin und wieder indirekt erkennbar. Von dem Quasar selbst war überhaupt keine Spur zu sehen. — 400 mm f/4.5 Taurus Dobsonian, Hasliberg, SQM 21.0, 3. 2. 2024, Bernd Nies

762 mm Öffnung: Der Quasar QSO J0222+4221 in der Nähe der Galaxie NGC 891 stellte für den 30" Gross-Dobson und die hochempfindlich mit ISO 32'000 eingestellte Canon EOS R kein Problem dar. Auf der mit nur 10s belichteten Aufnahme liess sich der Quasar schnell und eindeutig identifizieren. Visuell ist er trotz 30" nicht annähernd zu erahnen. — 30" SlipStream-Dobson f/3.3, EAA-Photo, Canon EOS R, 10s bei ISO 32'000, Hasliberg, 03. 02. 2024, Eduard von Bergen

Objekte innerhalb eines Radius von 15°

Quellenangaben