Blasennebel (NGC 7635) und M 52

Objektbeschreibung

NGC 7635 DSS
NGC 7635: 30' x 30' Ausschnitt aus dem STScI Digitized Sky Survey POSS2/UKSTU Red [160]
CCD-Aufnahme NGC7635
ST6-CCD-Aufnahme von Stefan Meister, 500mm-Newton, Sternwarte Bülach

NGC 7635 ist eine galaktische H-II Region. Innerhalb, vermutlich nahe am Rande des Nebels, steht ein Wolf-Rayet-Stern, der durch seinen intensiven Stellarwind eine sphärische Blase erzeugt hat, wonach dieser Nebel seinen Namen erhalten hat. Andere Quellen sprechen von einem O-Stern, statt eines Wolf-Rayet-Sterns. O-Sterne haben einen weniger starken Stellarwind als WR-Sterne. NGC 7635 wird manchmal auch als ungewöhnlicher planetarischer Nebel klassifiziert, besitzt aber keine PK-Nummer. [4, 125]

— 1996, Bernd Nies

Daten für NGC 7635, zusammengefasst aus unterschiedlichen Katalogen.
BezeichnungenBubble nebula, NGC 7635
RA / Dec (B2000.0)23h 20.7m / +61° 12' [142]
SternbildCas [142]
Objekt KlasseNb [142]
Abmessungen 15.' [142]
Beschreibung (Dreyer)vF, *8 inv l excentric [142]

Messier 52

NGC 7635 NOAO
Aufnahme mit dem Kitt Peak Burrell Schmidt Telescope, © NOAO [158]

Messier 52 ist ein schöner Sternhaufen des offenen oder galaktischen Typs und liegt in einer Milchstraßengegend am westlichen Rand des Sternbilds, nahe zu Cepheus. Charles Messier stolperte über diesen Sternhaufen, als er am 7. September 1774 gerade den Kometen dieses Jahres beobachtete. Er beschrieb M 52 als einen Haufen sehr kleiner Sterne, eingehüllt in einen schwachen Nebel. Doch in diesem Punkt lag Messier daneben. In oder in der Nähe von M 52 gibt es keinen Nebel. Der mit etwa einem halben Grad nächstgelegene ist NGC 7635.

M 52 gehört zu den reicheren und stärker verdichteten offenen Sternhaufen. Seine berechnete Dichte beträgt von über 3 Sterne pro Kubikparsec bis zu 50 Sterne pro Kubikparsec in der Nähe des Zentrums. Der Sternhaufen gehört zu den jüngeren, vergleichbar im Alter und Typ mit den Plejaden. Der Hauptbestandteil sind blaue Riesen des Spektraltyps B7. Die zwei scheinbar hellsten Sterne dieser Gruppe sind gelbe Riesen des Typs F9 (7.77 mag) und G8 (8.22 mag). [4]

— 1996, Bernd Nies

Daten für NGC 7654, zusammengefasst aus unterschiedlichen Katalogen.
BezeichnungenM 52, NGC 7654
RA / Dec (B2000.0)23h 24.2m / +61° 35' [142]
SternbildCas [142]
Objekt KlasseOC [142]
Abmessungen 13.' [142]
Scheinbare Magnitude6.9 mag [142]
Beschreibung (Dreyer)Cl, L, Ri, mCM, R, st 9...13; = M52 [142]

Wo ist Cassiopeias Blase?

Nimmt man die Strecke alpha bis β Cassiopeiae und verlängert sie über beta hinaus um das 1.2-fache, so stösst man auf den offenen Sternhaufen M 52. Mit dem Telrad-Finder gibt es einen anderen einfachen Trick: M 52 hat von beta Cassiopeiae und von ι Cephei etwa den gleichen Abstand. Man richtet das Teleskop so aus, dass der äusserste Kreis des Telrads auf die Verbindungslinie der beiden Sterne zu liegen kommt und das Zentrum der drei konzentrischen Kreise den gleichen Astand zu den beiden Sternen besitzt. Von M 52 gehts weiter mit einem Okular mit grossem wahren Gesichtsfeld. Etwa ein halbes Grad südwestlich von M52 liegt der Nebel NGC 7635.

Auffindkarte
Karte mit Hilfe von TheSky 2.11 [129] und GIMP [132] erstellt.

Anmerkung: Im Hubble Guide Star Catalogue, welcher vom Programm The_Sky 2.11 verwendet wird, ist an der Position 23h 20m 44.6s / +61° 11' 41" ein nichtstellares Objekt mit der Bezeichnung GSC 4279:1582 und der Helligkeit von 8.2 mag aufgeführt. Dies ist der Stern SAO 20575.

Beobachtung bei 300 mm Öffnung

Zeichnung NGC7635
Zeichnung: 300mm f/4, 80x, O-III (9.8.96 Bernd Nies)

In einer mässig dunklen Nacht, wenn Cassiopeia nicht besonders hoch am Himmel steht, ist vom Blasennebel gerade mal der hellste Bereich zu sehen. Eine Blasenform ist noch nicht zu erkennen. Ohne O-III Filter ist er sogar unsichtbar. Ein H-beta Filter bringt keine Verbesserung. In einer sehr dunklen Nacht mit Cassiopeia nahe dem Zenit dürfte von NGC 7635 sicher mehr zu sehen sein.

Die Sterne in nebenstehender Abbildung stammen von einem Ausdruck. Die Anzahl und Position der Sterne wurde noch nicht korrigiert, einzig das 8.2 mag helle nichtstellare Objekt im hellen Nebelbereich wurde als Stern ergänzt.

— 1996, Bernd Nies

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