Blasennebel (NGC 7635) und M 52

Objektbeschreibung

NGC 7635
NGC 7635: 500 mm Cassegrain 5800 mm f/11.4; SBIG STL11K; 15+15+10+15 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2005 Radek Chromik

NGC 7635 wurde am 3. November 1787 von Wilhelm Herschel entdeckt. Die Entfernung wird mit 2.41 kpc (7860 Lichtjahre) angegeben. [145,196]

CCD-Aufnahme NGC7635
ST6-CCD-Aufnahme von Stefan Meister, 500mm-Newton, Sternwarte Bülach

Es handelt sich dabei um eine galaktische H-II Region. Innerhalb, vermutlich nahe am Rande des Nebels, steht ein Wolf-Rayet-Stern (SAO 20575), der durch seinen intensiven Stellarwind eine sphärische Blase erzeugt hat, wonach dieser Nebel seinen Namen erhalten hat. Andere Quellen sprechen von einem O-Stern statt eines Wolf-Rayet-Sterns. O-Sterne haben einen weniger starken Stellarwind als WR-Sterne. NGC 7635 wird manchmal auch als ungewöhnlicher planetarischer Nebel klassifiziert, besitzt aber keine PK-Nummer. [4,125]

— 1996,2021 Bernd Nies

«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 7635Nb23 20.7+61 12Cas15.vF, *8 inv l excentric

Messier 52

NGC 7635 DSS
NGC 7635 und M 52 mit dem 400 mm Cassegrain, © 2018, Eduard von Bergen

Messier 52 ist ein schöner Sternhaufen des offenen oder galaktischen Typs und liegt in einer Milchstrassengegend am westlichen Rand des Sternbilds nahe zu Cepheus. Charles Messier stolperte über diesen Sternhaufen, als er am 7. September 1774 gerade den Kometen dieses Jahres beobachtete. Er beschrieb M 52 als einen Haufen sehr kleiner Sterne, eingehüllt in einen schwachen Nebel. Doch in diesem Punkt lag Messier daneben. In oder in der Nähe von M 52 gibt es keinen Nebel. Der mit etwa einem halben Grad nächstgelegene ist NGC 7635.

M 52 gehört zu den reicheren und stärker verdichteten offenen Sternhaufen. Seine berechnete Dichte beträgt von über 3 Sterne pro Kubikparsec bis zu 50 Sterne pro Kubikparsec in der Nähe des Zentrums. Der Sternhaufen gehört zu den jüngeren, vergleichbar im Alter und Typ mit den Plejaden. Der Hauptbestandteil sind blaue Riesen des Spektraltyps B7. Die zwei scheinbar hellsten Sterne dieser Gruppe sind gelbe Riesen des Typs F9 (7.77 mag) und G8 (8.22 mag). [4]

— 1996, Bernd Nies

«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 7654OC23 24.2+61 35Cas13.6.9Cl, L, Ri, mCM, R, st 9...13; = M52

Wo ist Cassiopeias Blase?

Der Blasennebel NGC 7635 und Messier 52 befinden sich im Sternbild Cassiopeia, welches zwar zirkumpolar ist, aber in den Monaten Juli bis Januar nachts am höchsten am Himmel steht und somit am besten zu beobachten ist. Nimmt man die Strecke α bis β Cassiopeiae und verlängert sie über beta hinaus um das 1.2-fache, so stösst man auf den offenen Sternhaufen M 52. Mit dem Telrad-Finder gibt es einen anderen einfachen Trick: M 52 hat von Caph (β Cassiopeiae) und von ι Cephei etwa den gleichen Abstand. Man richtet das Teleskop so aus, dass der äusserste Kreis des Telrads auf die Verbindungslinie der beiden Sterne zu liegen kommt und das Zentrum der drei konzentrischen Kreise den gleichen Abstand zu den beiden Sternen besitzt. Von M 52 gehts weiter mit einem Okular mit grossem wahren Gesichtsfeld. Etwa ein halbes Grad südwestlich von M52 liegt der Nebel NGC 7635.

Auffindkarte
Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149,160]

Visuelle Beobachtung

Zeichnung NGC7635
Zeichnung: 300mm f/4, 80x, O-III (9.8.96 Bernd Nies)

300 mm Öffnung: In einer mässig dunklen Nacht, wenn Cassiopeia nicht besonders hoch am Himmel steht, ist vom Blasennebel gerade mal der hellste Bereich zu sehen. Eine Blasenform ist noch nicht zu erkennen. Ohne O-III Filter ist er sogar unsichtbar. Ein H-beta Filter bringt keine Verbesserung. In einer sehr dunklen Nacht mit Cassiopeia nahe dem Zenit dürfte von NGC 7635 sicher mehr zu sehen sein.

Die Sterne in nebenstehender Abbildung stammen von einem Ausdruck. Die Anzahl und Position der Sterne wurde noch nicht korrigiert, einzig das 8.2 mag helle nichtstellare Objekt im hellen Nebelbereich wurde als Stern ergänzt.

— 1996, Bernd Nies

Creative Commons License Sofern keine anderen Quellen, Autoren oder Fotografen genannt werden, unterliegt diese Webseite der Creative Commons Attribution 4.0 International License.