Abell 70 mit Galaxie PMN J2033-0656

Objektbeschreibung

Abell 70
CCD-Aufnahme mit dem Steward 2.2m Reflektor auf Kitt Peak. © 1996 M. Newberry

Der ringförmige planetarische Nebel Abell 70 wurde im Jahre 1955 von George Abell entdeckt. Es handelt sich dabei um ein ganz besonderes Deep-Sky Objekt: An seinem nördlichen Rand wird er von einer spindelförmigen Hintergrundgalaxie durchleuchtet. Die Galaxie, die wohl mehrere Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist, erscheint in der Längsausdehnung etwa gleich gross wie der dazu relativ nahe PN, der sich gerade zufällig in der Sichtlinie zwischen uns und der fernen Galaxie befindet. Entfernungsschätzugen von Abell 70 liegen im Bereich von 2.4 bis 3.5 Kiloparsec. Der PN bewegt sich mit einer Radialgeschwindigkeit von rund 79 km/s auf uns zu. Messungen der Expansionsgeschwindigkeit anhand der OIII-Linien ergaben, dass der Nebel mit 38 km/s expandiert. [141]

— 1996, Philipp Reza Heck

Weitere Infos bei CDS: PN A66 70

Daten für Abell 70, zusammengefasst aus unterschiedlichen Katalogen.
BezeichnungenA 70, A55 57, ARO 351, PK 38-25 1, PNG 038.1-25.4, VV' 536
RA / Dec (B1950.0)20h 28m 52.70s / -07° 15' 32.0'' [141]
Abmessungen 42." (optisch) [141]
Radialgeschwindigkeit-79.0 km/s ± 18.0 km/s [141]
Expansionsgeschwindigkeit 37.8 km/s (O-III) [141]
Z-Stern BezeichnungenAG82 410 [141]
Z-Stern Magnitude19.1 mag (B filter) [141]
EntdeckerABELL 1955 [141]

Galaxie PMN J2033-0656

Bei der Galaxie hinter dem nördlichen Rand des PN handelt es sich allem Anschein nach um eine Radiogalaxie mit der Bezeichnung PMN J2033-0656 aus dem Parkes-MIT-NRAO Survey - dies gemäss den Angaben aus der NASA Extragalactic Database (NED), welche auf einen Artikel in APJS (1995, 97, p.347, Griffith) verweist. [194] Andere Bezeichnungen sind 2MASX J20313312-0705014 bzw. WISEA J203133.10-070501.5. Die Rotverschiebung z beträgt 0.019423, was einer Geschwindigkeit von 5823 km/s entspricht.

Weitere Infos bei CDS: 2MASX J20313312-0705014

Auffindkarte

Das ungleiche Paar liegt zwischen den Sternbildern Aquila (Adler) und Aquarius (Steinbock). Ein guter Startpunkt ist der 3.8 mag helle Stern Albali (ε Aquarii). Gute 4.5 Grad nordwestlich davon in Richtung θ Aquilae erlebt man dann eine Begegnung der ungewöhnlichen Art. Eine grosse Teleskopöffnung und ein dunkler Himmel sind für die visuelle Beobachtung dieses feinen Objektepaars unabdingbar. In den Monaten August bis Oktober ist dieses Objekt am besten zu beobachten.

Auffindkarte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149,160]

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