Messier 104, Sombrero-Galaxie

Objektinfos

M 104
Aufnahme von M 104 mit dem Hubble Space Telescope aus dem Jahre 2003. [183]

Die Galaxie M 104 wurde am 11. Mai 1781 von Pierre Méchain entdeckt. Sie wurde ursprünglich nicht in Messiers Katalog aufgenommen. In seiner persönlichen Kopie der 1784 erschienenen «Connoissance des Temps» fügte Messier die Entdeckung Méchains hinzu und beschrieb sie als «sehr schwachen Nebel». Erst 1921 entdeckte Camille Flammarion Messiers Notizen, identifizierte diesen als NGC 4594 und fügte ihn als M 104 zum Messier-Katalog hinzu.

M 104 erhielt den Spitznamen «Sombrero-Galaxie» aufgrund des markanten Staubringes, in welchem neue Sterne entstehen. Wir sehen die Galaxie unter einem Winkel von etwa 6 Grad. Die Galaxie ist vom Typ SA(s)a und hat einen aktiven Kern vom LINER-Typ, in welchem ein supermassives Schwarzes Loch von einer Milliarde Sonnemassen vermutet wird. Bemerkenswert ist auch die hohe Zahl an Kugelsternhaufen. Etwa 2000 davon werden der Galaxie zugehörig geschätzt. Deren Alter wird auf 10 bis 13 Milliarden Jahre geschätzt. In den letzten 20 Jahren gemessene heliozentrische Geschwindigkeiten liegen im Bereich von 1087 km/s bis 1095 km/s und mit unterschiedlichen Methoden ermittelte Distanzen reichen von 8.9 Mpc bis 21 Mpc. [145, 215]

«Catalogue of Principal Galaxies (PGC)», Paturel et al. 1989 [144] Koordinaten in J2000.0; HRV = Heliozentrische Radialgeschwindigkeit; PA = Positionswinkel
NamenRA
[hms]
Dec
[dms]
Morph
Typ
Dim
[']
Btot
[mag]
HRV
[km/s]
PA
[°]
M 104, NGC 459412 39 59.3-11 37 23S8.6 x 4.29.21089 89

Auffindtipp

Unterhalb des Sternbild Jungfrau an der Grenze zum Sternbild Raben findet man die Sombrero-Galaxie. Die Galaxie mit der Nummer 104 im Messier-Katalog liegt eher in einer spärlich mit hellen Sternen besiedelten Gegend. Mit ihrer Helligkeit von 9.2 mag ist sie aber trotzdem einfach zu finden. [192]

Karte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Visuelle Beobachtung

Bereits im Fernglas ist die Sombrero-Galaxie gut sichtbar. Die längliche Galaxie hat eine starke Spindelform, welche sich in kleiner bis mittleren Teleskopen feststellen lässt. Das schwarze, leicht dezentrale Stauband ist mit mittleren Teleskopen ohne weiteres auszumachen. M104 ist unter den spindelförmigen mit Staubbändern versehenen Galaxien eines der lohneswertesten Objekte. [192]

14" PWO-Dobson, F:4.6 / TV-Nagler 13mm, 123x, 0.67° und TV-Radian 8mm, 200x, 0.3°
Eduard von Bergen

M 104
M 104: EAA, entspricht in etwa visuellem Eindruck; 30" SlipStream-Dobson f/3.3 + MallinCam Videokamera; ca. 3s; Hasliberg; © 14. 3. 2012 Eduard von Bergen

762 mm Öffnung: Der visuelle Eindruck lässt sich ungefähr mit einer MallinCam Videokamera und einer Integrationszeit von etwa drei Sekunden reproduzieren. Verwendet wurde ein nachgeführtes 30" f/3.3 SlipStream-Dobson. Das entstandene Bild kommt dem visuellen Sehen mit einem 13 mm Tele Vue Ethos Okular sehr nahe.

— 14. 3. 2012, Eduard von Bergen

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