Messier 101, Feuerrad-Galaxie, Pinwheel Galaxy

Objektinfos

M 101
Foto von M101 mit einem 5" Refraktor von Hansjörg Wälchli und Eduard von Bergen

Die Galaxie M 101 wurde am 27. März 1781 von Pierre Méchain entdeckt. Charles Messier notierte dazu ohne sie selbst gesehen zu haben: «Nebel ohne Stern, sehr dunkel und sehr gross, 6 bis 7 Minuten im Durchmesser, zwischen der linken Hand des Bootes und dem Schwanz des Grossen Bären. Kaum zu sehen, wenn man die Drähte [des Mikrometers] beleuchtet. [281]

M 101
Messier 101: 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 90+30+30+30 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik

Eine Reihe von Sternwolken und hellen Sternentstehungsgebieten in den Spiralarmen von M 101 wurden amm 14. April 1789 von Wilhelm Herschel und später am 1. März 1851 auch von Bindon Stoney, dem Ingenieur von Lord Rosse, entdeckt und schafften es als eigene NGC-Nummern in Dreyers 1888 erschienenen «New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars» aufgenommen zu werden. In Halton Arps 1966 erschienenen «Atlas of Peculiar Galaxies» ist M 101 als Arp 26 für eine Galaxie mit einem dicken Arm aufgeführt. [199] Die Galaxie hat den Spitznamen «Pinwheel Galaxy» (Feuerrad-Galaxie) erhalten, ein Name der manchmal auch für M 33, M 83 (Southern Pinwheel Galaxy) und M 99 (Coma Pinwheel Galaxy) verwendet wird.

Die Galaxie M 101 ist vom morphologischen Typ SAB(rs)cd, hat eine heliozentrische Geschwindigkeit von etwa 237 km/s bis 241 km/s. Entfernungsangaben reichen von etwa 5 Mpc bis 7 Mpc. M 101 misst etwa 170'000 Lichtjahre im Durchmesser, fast doppelt so gross wie unsere Milchstrasse. Es wird vermutet, dass die Galaxie mindestens eine Billion Sterne enthält. Die Spiralarme sind gespickt von grossen Nebeln, in denen Sterne geboren werden und Haufen heisser, blauer, junger Sterne. [145, 194, 215]

— 10. 3. 2021, Bernd Nies

«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 5447Kt14 02.5+54 17UMapB, S, R, gmbM, conn with M101
NGC 5449Kt14 02.5+54 19UMavF, pL, gvlbM, conn with M101
NGC 5450Kt14 02.5+54 14UMaF, pS, iR, glbM, conn with M101
NGC 5451Kt14 02.7+54 22UMavF, pL, iR, vlbM, conn with M101
NGC 5453Kt14 03.0+54 18UMaF, pL, lE, vlbM, conn w M101
NGC 5455Kt14 03.0+54 12UMapB, pS, R, psbM, conn w M101
NGC 5457Gx14 03.2+54 21UMa26.97.7pB, vL, iR, g, vsmbMBSN; = M101
NGC 5458-14 03.2+54 16UMavF, pL, R, vlbM, conn w M101
NGC 5461Kt14 03.7+54 19UMaB, pS, R, psbM, conn with M101
NGC 5462Kt14 03.9+54 22UMapB, pL, iR, gbM, conn with M101
NGC 5471Kt14 04.6+54 24UMaF, S, R, *12-13 p

Auffindtipp

Oberhalb der beiden hinteren Deichselsterne des Grossen Wagens erreicht man die Sprialgalaxie M101, indem mit den Sternen Alkaid (η Ursae Majoris) und Mizar (ζ Ursae Majoris) ein gleichseitiges Dreieck bildet.

Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

350 mm Öffnung: Der hellere Kern ist bereits mit kleinen Instrumenten beobachtbar. Die feinen Spiralarme zeigen sich aber erst unter extrem guten Beobachtungsbedingungen und mit Hilfe mittelgrosser Amateurinstrumente. In einem 12.5- oder 14-Zöller sind die schwachen Spiralarme mit ihren Knoten aber bereits deutlich zu erkennen. [192]

14" PWO-Dobson, F:4.6 / TV-Nagler 13mm, 123x, 0.67° und TV-Panoptic 19mm, 84x, 0.81°
Eduard von Bergen

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