Messerschneiden-Galaxie (NGC 5907)
Geschichte
Am 5. Mai 1788 entdeckte der deutsch-britische Astronom Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem 18.7" Spiegelteleskop den Nebel NGC 5907. Er katalogisierte ihn als II 759 und beschrieb ihn als «ziemlich hell, schwacher Kern in der Mitte, 8 oder 10' lang, 2' breit» [464] Am 13. April 1850 richtete der irische Astronom George Johnstone Stoney, ein Assistent von William Parsons, dem dritten Earl von Rosse, dessen riesiges 72" Spiegelteleskop auf diesen Nebel und sah westlich davon einen parallelen Strahl, welcher von John L. E. Dreyer als NGC 5906 in seinen 1888 erschienenen «New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars» aufgenommen wurde. [277, 313]
Zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung war die wahre Natur solcher Nebel gänzlich unbekannt. Was Stoney damals gesehen hatte, war der durch das Staubband getrennte, schwächere westliche Teil dieser Edge-on Galaxie. Aufgrund ihres Aussehens erhielt die Galaxie den Spitznamen «Messerschneiden-Galaxie» (engl. Knive Edge Galaxy) oder manchmal auch «Splitter-Galaxie» (engl. Splinter Galaxy).
SN 2026kid
Am 22. April 2026 entdeckte der japanische Astronom Japanese astronomer Yasuo Sano diese Typ-II Supernova, welche sich 3.0" westlich und 0.0" südlich des Zentrums der Galaxie NGC 5907 befindet. Die Supernova erreichte Ende April 2026 eine Helligkeit von 15.6 mag. Typ-II-Supernovae entstehen beim Kollaps massereicher Sterne mit typischerweise mehr als acht Sonnenmassen. Dabei bricht der Eisenkern gravitativ zusammen und die äußeren Hüllen werden mit Geschwindigkeiten von mehreren tausend km/s abgestoßen. [304]
Physikalische Eigenschaften
Ein bemerkenswertes Detail von NGC 5907 wird erst bei sehr lange belichteten Aufnahmen sichtbar: ein Gezeitenstrom, der sich weitläufig spiralförmig um die Galaxie windet. Dieser ist ein Überrest einer vergangenen Fusion mit einer Zwerggalaxie, welche die Muttergalaxie mehrmals umrundete und jedesmal ein Teil der Masse verlor, bis sie schliesslich ganz einverleibt wurde. [441, 442] Entfernungsangaben reichen von 12.9 Mpc bis 17.3 Mpc. [145]
| Name | RA | Dec | Typ | bMag | vMag | B-V | SB | Dim | PA | z | D(z) | MD | Dreyer Beschreibung | Identifikation, Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| NGC 5906 | 15 15 52.1 | +56 19 50 | GxyP | 14.5 | 0.1 | 16.300 | A ray, vmE, par to h 1917 and close p it | GC 4086; part (knot) in N 5907 | ||||||
| NGC 5907 | 15 15 53.8 | +56 19 49 | Gx (Sc) | 11.1 | 10.3 | 0.8 | 13.3 | 12.6 × 1.4 | 155 | 0.002225 | 9.40 | 16.300 | cB, vL, vmE 155°, vg, psbMN | WH II 759; h 1917; GC 4087; UGC 9801; MCG 9-25-40; IRAS 15146+5629; CGCG 274-38; CGCG 297-10; FGC 1875 |
Auffindkarte
Die Galaxien NGC 5907 befindet sich im Sternbild Draco (Drache). Die beste Beobachtungszeit ist Januar bis Oktober, wenn es nachts am höchsten steht.
