Planetarischer Nebel Abell 4

Objektbeschreibung

Abell 4
Abell 4: Planetarischer Nebel mit Galaxie; 500 mm Cassegrain f=5800 mm f/11.4 + SBIG STL11K; 60+10+10+10 min LRGB; Berner Oberland; © 2005 Radek Chromik

Der planetarische Nebel Abell 4 (PN A66 4, PK 144-15.1) wurde 1964 vom amerikanischen Astronomen George Ogden Abell auf den Fotoplatten des «Palomar Observatory Sky Surveys» (POSS) entdeckt. Die meisten dieser insgesamt 86 auf den POSS-Fotoplatten entdeckten PNs sind grossflächig und besitzen eine geringe Oberflächenhelligkeit, was auf ein fortgeschrittenes Alter ihres Entwicklungsstadiums schliessen lässt. Abell beschrieb den PN als eine homogene Scheibe mit 20" Durchmesser. [332] Der PN befindet sich in einer Entfernung von 5621 Parsec, was rund 18'300 Lichtjahren entspricht. Die scheinbare Helligkeit im B-Filter wird mit 15.6 mag angegeben. [145]

Etwa 45 Bogensekunden neben dem PN befindet sich die schwache Edge-On Galaxie 2MFGC 2191. Die scheinbare Helligkeiten im 2MASS JHK Filtern beträgt: J 13.4 mag, H 12.5 mag, K 12.1 mag. [145]

Weitere Infos bei CDS: PK 144-15.1, 2MFGC 2191

«Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae» Acker et al., 1992 [141]
BezeichnungenPN G144.3-15.5: A 4, PK 144-15.1, ARO 205, VV' 13
Rektaszension (B1950.0)02h 42m 12.00s
Deklination (B1950.0)+42° 19' 59.0"
Abmessungen 20." (optisch)
Z-Stern BezeichnungenAG82 15
Z-Stern Magnitude19.9 mag (B filter)
EntdeckerABELL 1964

Auffindkarte

Der planetarische Nebel Abell 4 befindet sich im Sternbild Perseus und ist für Mitteleuropa zirkumpolar. Die beste Beobachtungszeit ist September bis Februar. Der offene Sternhaufen M 34 dient als Richtungsweiser. Knapp 1° östlich davon fällt eine kleinen rautenförmigen Formation aus vier Sternchen (Drachenviereck) auf. Hüpft man von dort wieder drei Sternchen zurück in Richtung M 34 gelangt man zu Abell 4.

Karte Abell 4
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

400 mm Öffnung: Die Position von Abell 4 ist anhand der Auffindkarte mit einem 21 mm Ethos Okular (85-fach) eindeutig bestimmbar. Der PN selbst bleibt jedoch nicht sichtbar. Erst bei höherer Vergrösserung mit einem 9 mm Nagler (200-fach) verrät sich der Planetarische Nebel und wird nur bei indirektem Sehen knapp als schwaches, rundes Nebelchen etwa halb so gross wie Jupiter erkennbar. Von der Galaxie 2MFGC 2191 gleich daneben ist nichts zu sehen. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Bernd Nies

762 mm Öffnung: Im 13 mm Ethos Okular (193-fach) ist der PN deutlich und direkt sichtbar. Von Galaxie gleich daneben ist der nur Kern erkennbar. Den Zentralstern vom PN glaubt man kurz ab und zu aufzublitzen sehen, das war aber wohl eher Einbildung. Bei höherer Vergrösserung im 9 mm Nagler (280-fach) konnte dies nicht bestätigt werden. Evl. lag das an dem eher bescheidenen Seeing in der Nacht. — 30" f/3.3 Slipstream Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Bernd Nies

Quellenangaben

141Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae; A. Acker, F. Ochsenbein, B. Stenholm, R. Tylenda, J. Marcout, C. Schohn; European Southern Observatory; ISBN 3-923524-41-2 (1992); cdsarc.unistra.fr/viz-bin/cat/V/84 (2021-02-18)
145SIMBAD astronomical database; simbad.u-strasbg.fr/simbad
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
332«Properties of Some Old Planetary Nebulae» Abell, G. O.; Astrophysical Journal, vol. 144, p.259, April 1966; DOI:10.1086/148602; Bibcode:1966ApJ...144..259A