Offener Sternhaufen Roslund 4

Objektbeschreibung

Roslund 4
Roslund 4: 30' x 30'-Ausschnitt aus dem STScI Digitized Sky Survey. [160]

Roslund 4 ist ein etwa 6,3 Millionen Jahre alter offener Sternhaufen mit der Trümpler-Klassifizierung II 3 m n.

Übersetzt heisst das: ein Haufen mit mittlerer Zahl von Mitgliedssternen (m=medium), der sich von der Umgebung abhebt und eine leichte Konzentration aufweist (II) und eine recht ungleichmässe Helligkeitsverteilung unter den Haufenmitgliedern hat (3="bright and faint stars in the cluster"). Das "n" steht für einen im Sternhaufen involvierten Nebel.

— 1998, Frank H. Leiter

Name  : Roslund 4
R.A.  : 20h 05m 00s
Dec.  : +29° 11' 59"
v Mag.: -
Diam. : 5'
No.*  : 30
Br.*  : <11.5

IC 4957

IC 4954 ist ein etwa 330 Bogensekunden grosser Emission- und Reflexionsnebel, in den Roslund 4 eingebettet ist. Der Nebel weisst starke Helligkeitsvariationen auf und zerfällt daher in drei Gebiete, die die Bezeichnungen Ced 175a, Ced 175b und Ced 175c tragen. Diese gehen auf eine Arbeit von Sven Cederblad am Lund-Observatorium in Schweden (1946) zurück.

— 1998, Frank H. Leiter

Daten für IC 4954, zusammengefasst aus unterschiedlichen Katalogen.
BezeichnungenIC 4954
RA / Dec (B2000.0)20h 04.8m / +29° 15' [142]
SternbildVul [142]
Objekt KlasseNb [142]
Abmessungen 25.' [142]
Beschreibung (Dreyer)D neb*, iF, *11 close [142]

Wie findet man Roslund 4?

Ausgehend von 15 Vulpeculae, einem 4.6 mag Stern, findet man 50 Bogenminuten nord-nord-östlich ein 13 Bogenminuten weites Paar von Sternen 7ter Grösse: HD 190167 (PPM 110291) und südlicher HD 190228 (PPM 110298). Über den nördlicheren der beiden Sterne verlängert hinaus man die Verbindungslinie 15 Vul - Paar um weitere 50 Bogenminuten.

Karte
Karte mit Hilfe von XEphem [131] und GIMP [132] hergestellt.

Beobachtung bei 400 mm Öffnung

Da die Sternhaufen des Roslund-Katalogs auf spektroskopischem Wege gefunden wurden, gelten sie für den visuellen Beobachter als schwierig. Trotz der oben genannten Trümpler-Klassifizierung trifft dies auch auf Roslund 4 zu. Allerdings vereinfacht der helle Nebel IC 4954 die Beobachtung erheblich.

Schon bei mässigem Himmel kann man die hellsten Teile von ihm ab etwa 20cm Öffnung erkennen und findet um diesen Nebel herum etwa ein gutes Dutzend Sterne. Allerdings kann von "detached" kaum die Rede sein.

Roslund 4 Zeichnung
Zeichnung: 400mm f/5 Newton, 9mm Okular, 14.8. 1998 Frank H. Leiter

Bei 40cm Öffnung bleibt Roslund 4 ein unscheinbarer, kaum gegen den Hintergrund abgesetzter Sternhaufen; allerdings steigt die Anzahl schwacher (schwächer 12te Grösse) Sterne deutlich an.

IC 4954 zerfällt für den visuellen Beobachter in drei helle Nebelgebiete, die am 400mm f/5 im 9mm Okular eindeutig sichtbar sind. Für Ced 175c, den nördlichsten Teil, sollte man hohe Vergrösserung verwenden, da er klein ist und sehr dicht an einem Stern 10ter Grösse steht.

In der Zeichnung wurden die schächsten Mitglieder des offenen Sternhaufens weggelassen und die hellsten Wolken des Nebels IC 4954 dargestellt. Es wurde kein Filter verwendet; die gezeichnete Region ist etwa 5x7,5 Bogenminuten gross.

— 1998, Frank H. Leiter

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