Planetarischer Nebel NGC 2610

NGC 2610
NGC 2610: Ausschnitt aus PanSTARRS DR1 color [147]

Geschichte

Am 31. Dezember 1785 sah der deutsch-britische Astronom William Herschel in seinem 18,7-Zoll-Teleskop ein Objekt, das er in die Gruppe IV (Planetarische Nebel, Sterne mit Kletten, mit milchigem Chevelure, mit kurzen Strahlen, bemerkenswerten Formen usw.) einordnete und als IV 35 katalogisierte. Er notierte: «Ein kleiner Stern mit einem Pinsel nach Süden vorausgehend, schwach, klein.» [464]

John Herschel katalogisierte ihn 1833 in seinem Slough-Katalog als h 513 und notierte: «Ein Stern 14 mag mit einem fächerförmigen Pinsel von 15" Länge an der südlichen Vorderseite; der Pinsel wird jedoch sowohl von Mr. Dunlop (der ihn sah) als auch von mir selbst als nicht in Kontakt stehend beurteilt. Ein heller Stern 6.7 mag nördlich folgend.» [466]

Lord Rosse (oder wahrscheinlicher einer seiner Assistenten) beobachtete das Objekt am 30. November 1850 durch den riesigen 72-Zöller «Leviathan of Birr Castle» und notierte: «Kleiner Stern in seinem nördlichen Rand, vielleicht nicht mit dem Nebel verbunden. Der Nebel hatte ein bürstenartiges Aussehen.» Am 1. Februar 1851 wurde vermerkt: «Dunkler Raum nach dem Stern zwischen Nebel und Stern, wie der 'Schneeglöckchen'-Nebel [h 399, NGC 2261].» [486]

Im Jahr 1914 wurde das mysteriöse Objekt von John Henry Reynolds als planetarischer Nebel identifiziert. [141]

NGC 2610
NGC 2610: Aufnahme mit dem 2.1m KPNO Teleskop auf dem Kitt Peak, Hawaii © 1987 Bruce Balick [132]

Physikalische Eigenschaften

Gemäß Gaia DR3 beträgt die Entfernung zum Planetarischen Nebel NGC 2610 11.5 kpc. Der überlagernde Stern am nordöstlichen Rand befindet sich in einer Entfernung von 690 pc. [147] Nach anderen Quellen beträgt die Entfernung zu NGC 2610 nur 2.2 kpc, was wahrscheinlicher erscheint. Entfernungen zu planetarischen Nebeln sind oft recht unsicher. Magnituden durch verschiedene Spektralfilter: B 9.02, R 11.23, J 16.705, H 16.293. [145]

«Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae» Acker et al., 1992 [141]
BezeichnungenPN G239.6+13.9: NGC 2610, PK 239+13.1, ARO 64, Sa 2- 27, VV 48, VV' 77
Rektaszension (J2000.0)08h 33m 23s
Deklination (J2000.0)-16° 08' 56"
Abmessungen 38." (optisch), 49." (radio)
Radialgeschwindigkeit+89.0 km/s ± 3.0 km/s
Expansionsgeschwindigkeit 14.0 km/s (O-III)
Z-Stern BezeichnungenAG82 104
Z-Stern Magnitude15.60 mag (B filter), 15.90 mag (V filter)
EntdeckerREYNOLDS 1914

Auffindkarte

Der Planetarische Nebel NGC 2610 befindet sich im westlichen Teil des Sternbildes Hydra, etwa 22° südlich des Kopfes. Der PN befindet sich in einem auffälligen Dreieck von Sternen mit 6.5 bis 8 mag. Die beste Beobachtungszeit ist Februar bis April, wenn er nachts nahe am Meridian und am höchsten am Himmel steht.

Auffindkarte Planetarischer Nebel NGC 2610
Planetarischer Nebel NGC 2610 im Sternbild Hydra. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

Beschreibung ausstehend ...

Weitere Objekte in der Nähe (±15°)

Quellenangaben

  • [132] SEDS: The Interactive NGC Catalog Online; spider.seds.org/ngc/ngc.html
  • [141] Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae; A. Acker, F. Ochsenbein, B. Stenholm, R. Tylenda, J. Marcout, C. Schohn; European Southern Observatory; ISBN 3-923524-41-2 (1992); Bibcode:1992secg.book.....A; cdsarc.u-strasbg.fr/viz-bin/cat/V/84
  • [145] SIMBAD astronomical database; simbad.u-strasbg.fr/simbad
  • [147] Aladin Lite; aladin.u-strasbg.fr/AladinLite
  • [149] SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
  • [160] The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
  • [464] «Catalogue of a second thousand of new nebulae and clusters of stars; with a few introductory remarks on the construction of the heavens» William Herschel, Philosophical Transactions of the Royal Society of London, 1 January 1789; DOI:10.1098/rstl.1789.0021
  • [466] «Observations of nebulæ and clusters of stars, made at Slough, with a twenty-feet reflector, between the years 1825 and 1833» John Frederick William Herschel, Philosophical Transactions of the Royal Society of London, 1 January 1833, Pages: 359-505; DOI:10.1098/rstl.1833.0021
  • [486] «On the construction of specula of six-feet aperture; and a selection from the observations of nebulæ made with them» William Parsons; Philosophical Transactions of the Royal Society of London, Volume 151, published 1 January 1861; DOI:10.1098/rstl.1861.0029