Spirograph-Nebel (IC 418)

IC 418
IC 418: Aufnahme mit dem Hubble Weltraumteleskop. © ESA/Hubble & NASA [540]

Geschichte

Dieser planetarische Nebel wurde am 26. März 1891 von Williamina Fleming, einer schottisch-amerikanischen Astronomin, entdeckt. Sie arbeitete für Edward Pickering, dem John L. E. Dreyer die Entdeckung fälschlicherweise in seinem 1895 erschienenen «Index Catalogue» zuschrieb. [314]

Physikalische Eigenschaften

IC 418 ist ein planetarischer Nebel mit einer ellipsoiden Hülle hoher Dichte, dessen Gesamtmorphologie einfach aussieht. Ein detaillierter Blick des Hubble-Weltraumteleskops hat ein kompliziertes zyklisches Muster offenbart, dem ihn den Spitznamen «Spirograph-Nebel» zu verdanken hat. Magnetische Felder oder veränderliche Sternwinde könnten für diese Muster verantwortlich sein. Der Zentralstern hat eine relativ niedrige effektive Temperatur von 39'000 K und befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium. Die Entfernung wird mit 1.3 ± 0.4 kpc angegeben. [541]

«Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae» Acker et al., 1992 [141]
Bezeichnungen PN G215.2-24.2: IC 418, PK 215-24.1, ARO 3, VV 22, VV' 32
Rektaszension (J2000.0) 05h 27m 28s
Deklination (J2000.0) -12° 41' 48"
Abmessungen 12." (optisch)
Entfernung 0.88 kpc
Radialgeschwindigkeit +61.0 ± 2.0 km/s
Expansionsgeschwindigkeit < 6.0 (O-III) 12. (N-II) km/s
Z-Stern Bezeichnungen AG82 43, BD -12 1172, EM* CDS 500, GCRV 3288, HD 35914, PLX 1239, TD1 4662
Z-Stern Magnitude B: 10.00, V: 10.17
Z-Stern Spektraltyp Of(H)
Entdecker FLEMING 1891

Auffindkarte

Der 10 mag Stern ZZ Leporis mit dem Planetarischen Nebel IC 418 befindet sich bei den Ohren des Hasen (Lepus), südlich des Orion. Mit drei anderen Sternen von etwa 7 mag bildet er eine auffällige Figur, welche mit einem Okular von etwa 1° wahrem Gesichtsfeld zu erkennen ist. Die beste Zeit für eine Beobachtung ist Oktober bis Februar.

Auffindkarte Spirograph-Nebel (IC 418)
Spirograph-Nebel (IC 418) im Sternbild Lepus. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

400 mm Öffnung: Im 9 mm Nager Okluar zeigt IC 418 einen hellen Zentralstern mit einem kleinen, runden Nebelchen rundherum. Wenn man von indirekter auf direkte Sicht wechselt, verschwindet der Nebel leicht und man sieht nur den Zentralstern. Ob der Rand etwas heller ist oder es sich um einen Kontrasteffekt mit dem Zentralstern handelt, lässt sich nicht eindeutig sagen. — 400 mm f/4.5 Taurus Dobsonian, Hasliberg, 16. 12. 2023, SQM 21.2, Bernd Nies

635 mm Öffnung: Bei geringer Vergrößerung (35 mm Tele Vue Panoptic, 72x) ist der kleine PN durch ein etwas größeres Scheibchen von den anderen drei Sternen in der Nachbarschaft zu unterscheiden. Bei diesem kleinen, hellen Objekt lohnt es sich, stark zu vergrößern. Der Durchmesser beträgt nur 12 Bogensekunden. Es entpuppt sich ein heller Ring mit einem schwächer leuchtenden Innenbereich und einem hellen Zentralstern. Ein schöner Anblick. Die Spirograph-Struktur ist jedoch nicht zu erkennen. — 25" f/4 Obession Dobsonian, Astrofarm Tivoli, Namibia, 16. 9. 2023, Bernd Nies

Objekte innerhalb eines Radius von 15°

Quellenangaben