Messier 17, Omeganebel, Schwanennebel, Hufeisennebel

Geschichte

Der diffuse Nebel Messier 17 wurde vermutlich erstmals vom Schweizer Astronomen de Cheseaux im Jahre 1764 entdeckt. Unabhängig davon entdeckte Charles Messier im Juni desselben Jahres diesen Nebel nochmals. Aufgrund seiner Form erhielt der Nebel zahlreiche Namen wie Schwanennebel, Omeganebel, Hufeisennebel aber auch Tabakpfeife.

Messier 17
Messier 17: Omeganebel in Sagittarius; FFC 4.0/760 auf Fuji SHG 400 hyp; © 1992 Beat Kohler
Messier 17
Messier 17: Omeganebel in Sagittarius; Celestron RASA 11" f/2.22; ZWO ASI6200 Pro; Tentlingen; © 2020 Peter Kocher

Physikalische Eigenschaften

Messier 17
Messier 17: M17 (links) mit IC 4706 (oben rechts). Ausschnitte aus dem STScI Digitized Sky Survey und Two Micron All Sky Survey (2MASS) [147]

Anders als z.B. der benachbarte M 8 enthält dieser Nebel keinen auffälligen Sternhaufen, doch ist er über das ganze Feld mit mehreren Sternen ab neunter Größenklasse durchsetzt. Möglicherweise sind die Hauptsterne, welche den Nebel zum Leuchten anregen, durch dichte Gasmassen verdeckt. Nach einer Studie von 1965 gehören mindestens 35 Sterne zu diesem Nebelkomplex, welcher genug Masse besitzt, um etwa 800 sonnenähnliche Sterne hervorzubringen. Wie viele andere Nebel ist auch dieser eine Quelle starker Radiostrahlung. Nach Distanzschätzungen liegt der Nebel in einer Entfernung von etwa 5700 Lichtjahren. Gemäß dieser Messung beträgt der Durchmesser des hellsten Nebelteils, welche den Körper des Schwans bildet, etwa 12 Lichtjahre. Mitsamt den schwächeren Außenregionen des Nebels weist er eine Ausdehung von etwa 40 Lichtjahren auf. [4]

Der Nebel IC 4706 liegt um zwei Sterne neunter Größenklasse, etwa 20 Bogenminuten in nordwestlicher Richtung von M 17. Auf Abb. 3 (oberes Bild) sind die beiden Sterne am mit dem Nebel oben rechts zu erkennen. Ein Ausschnitt der gleichen Stelle aus dem Two Micron All Sky Survey (2MASS) (unteres Bild) zeigt, dass diese sternreiche Gegend von Dunkelwolken durchzogen sind. Eine davon befindet sich vor M 17. Somit handelt es sich bei IC 4706 um denselben Nebel wie M 17.

«Revised New General Catalogue and Index Catalogue», «Historically Corrected New General Catalogue», Dr. Wolfgang Steinicke, 2021 [277]
NameRADecTypBmagVmagDimDreyer BeschreibungIdentifikation
NGC 6618 18 20 47.0-16 10 18EN+OCL6.020.00 × 15.0!!!, B, eL, eiF, 2 hookedM 17, OCL 44, LBN 60, Sh2-45, Omega nebula
IC 4706 18 19 36.0-16 01 54EN5.00 × 5.0* 9.2 in S neb, conn with M 17CED 160A

Auffindtipp für Messier 17

M 17 befindet sich im Sternbild Sagittarius (Schütze). Denkt man sich eine Linie von γ Scuti (4.7 mag) zu μ Sagittarii (3.86 mag) und positioniert darauf den mittleren Telradkreis wie in der untenstehenden Aufindkarte, sollte M 17 in einem Großfeldokular bereits zu sehen sein. Die beste Beobachtungszeit ist Juni bis August.

Karte Messier 17
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Quellenangaben

4«Burnham's Celestial Handbook: An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System» by Robert Burnham; Dover Publications, Inc.; Voume I: ISBN 0-486-23567-X; Volume II: ISBN 0-486-23568-8; Volume III: ISBN 0-486-23673-0
147Aladin Lite; aladin.u-strasbg.fr/AladinLite (2020-12-23)
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
277«Historische Deep-Sky Kataloge» von Dr. Wolfgang Steinicke; klima-luft.de/steinicke (2021-02-17)