Planetarischer Nebel Abell 31

Abell 31 (Sh 2-290)
Abell 31 (Sh 2-290): Aufnahme mit dem Mayall 4-Meter Teleskop auf dem Kitt Peak. © 2020 T.A. Rector (University of Alaska Anchorage) und H. Schweiker (WIYN und NOIRLab/NSF/AURA) [182]

Geschichte

Der planetarische Nebel Abell 31 wurde im Jahr 1955 vom amerikanischen Astronomen George Ogden Abell auf den Fotoplatten der Palomar Observatory Sky Survey (POSS) entdeckt. Im selben Jahr veröffentlichte er eine erste Liste von 13 Kugelsternhaufen und den Positionen von 73 planetarischen Nebeln. Der PN erhielt zunächst die Nummer 20 (A55 20). Im Jahr 1966 veröffentlichte Abell eine vollständige Liste, einschließlich der Größe und Beschreibung der 86 planetarischen Nebel, die auf den POSS-Fotoplatten entdeckt wurden. Der PN wurde dann als Nebel 31 aufgeführt (A66 31). Er fügte die Notizen hinzu: «Erscheint als Scheibe mit übereinanderliegenden Filamenten.» [331, 332]

Der amerikanische Astronom Stewart Sharpless führte diesen Nebel 1959 in seinem «Catalogue of H II Regions» als Sh 2-290 auf, vermerkte jedoch, dass es sich um einen Planetarischen Nebel handeln könnte. [310]

Die Bezeichnung PK 219+31.1 stammt von den beiden tschechoslowakischen Astronomen Luboš Perek und Luboš Kohoutek, die im Jahr 1967 einen Katalog aller zu diesem Zeitpunkt bekannten planetarischen Nebel der Milchstraße erstellten. [146]

Die weniger bekannte Bezeichnung ARO 139 geht auf eine 1971 von dem kanadischen Radioastronomen Lloyd A. Higgs mit dem 46-Meter-Radioobservatorium Algonquin in Ontario, Kanada, durchgeführte Untersuchung der Mikrowellenstrahlung von planetarischen Nebeln zurück. [136, 137]

Physikalische Eigenschaften

Abell 31 ist ein alter planetarischer Nebel, der entsteht, wenn ein massearmer Stern am Ende seines Lebens seine äußeren Schichten absprengt. Mit einem Durchmesser von etwa 7 Parsec ist er einer der größten bekannten planetarischen Nebel. Das Innere leuchtet durch energiereiche Sauerstoffatome. Die helle Seite des Nebels ist auf seine Wechselwirkung mit dem umgebenden interstellaren Gas zurückzuführen. [182] Die geschätzten Entfernungen reichen von 235 pc bis 542 pc. [145]

«Strasbourg-ESO Catalogue of Galactic Planetary Nebulae» Acker et al., 1992 [141]
Bezeichnungen PN G219.1+31.2: A 31, PK 219+31.1, A55 20, ARO 135, Sh 2-290, VV' 81
Rektaszension (J2000.0) 08h 54m 13s
Deklination (J2000.0) +08° 53' 59"
Abmessungen 970." (optisch)
Radialgeschwindigkeit +41.0 km/s
Expansionsgeschwindigkeit 10.0 (O-III) 35. (N-II) km/s
Z-Stern Bezeichnungen AG82 109, CSI +09 -08515, FB 53, UBV 8615
Z-Stern Magnitude U: 13.92, B: 15.20, V: 15.51
Z-Stern Spektraltyp sd O6, Hg O(H)
Entdecker ABELL 1955

Auffindkarte

Der planetarische Nebel Abell 31 befindet sich im Sternbild Cancer. Am besten ist er von November bis Mai zu beobachten.

Auffindkarte Planetarischer Nebel Abell 31
Planetarischer Nebel Abell 31 im Sternbild Cancer. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Objekte innerhalb eines Radius von 20°

Quellenangaben