NGC 1513, Ringhaufen

NGC 1513
NGC 1513: Ausschnitt aus dem Digitized Sky Survey [147]

Geschichte

Der Sternhaufen wurde am 28. Dezember 1790 von Wilhelm Herschel mit seinem berühmten Spiegelteleskop mit 18.7 Zoll Öffnung und 20 Fuß Brennweite entdeckt. Er katalogisierte ihn als VII 60 und notierte: «Eine große Ansammlung beträchtlich großer Sterne, ziemlich komprimiert und sehr reich, von unregelmäßiger Figur, 7 Fuß Durchmesser». [465] Es wurde als NGC 1513 von Dreyer in seinen «New General Catalogue» aufgenommen. [313]

Physikalische Eigenschaften

Nach Trümpler wird dieser Offene Sternhaufen mit II 1 m klassifiziert. II steht für eine deutliche Konzentration zum Zentrum und einem guten Kontrast zum Himmel, 1 deutet auf eine gleichmässe Helligkeitsverteilung der Sterne hin. m bezieht sich auf die Zahl der sichtbaren Mitglieder des Haufens und ist eine Abkürzung für mässig. Das Alter dieses offenen Sternhaufens beträgt etwa 130 Millionen Jahre, seine Entfernung etwa 1320 pc (4300 Lichtjahre). [138]

«Revised New General Catalogue and Index Catalogue» Dr. Wolfgang Steinicke, 2021 [277]
BezeichnungNGC 1513
TypOCL (II1m)
Rektaszension04h 09m 57.0s
Deklination+49° 30' 54"
Durchmesser12.00 arcmin
Visuelle Helligkeit8.4 mag
Dreyer BeschreibungCl, L, vRi, pC, st vL
IdentifikationOCL 398

Wie findet man NGC 1513?

NGC 1513 steht ziemlich genau auf der Verbindungslinie zwischen dem Stern Algenib (α Perseii), auch Mirfak genannt, und Capella (α Aurigae) bei 2/5 des Weges. Der offene Sternhaufen liegt etwa 1 Grad südöstlich von λ Perseii.

Karte NGC 1513
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

200 mm Öffnung: Entgegen der Beschreibung im NGC fällt dieser Sternhaufen nicht durch eine gleichmässige Helligkeitsverteilung auf. Auf den ersten Blick sind bei hundertfacher Vergrösserung in einem Teleskop der 20cm-Klasse ein gutes halbes Dutzend Sterne dominierend, die zudem recht gut in einem Kreis angeordnet sind (in Abb.1 rechts unterhalb der Bildmitte). Daher der Name «Ring-Cluster». Erst bei längeren Betrachten fallen die weiteren, schwächeren Sterne auf, die sich von dem Ring zu einem Stern zehnter Grösse (im Bild oben) erstrecken. — Frank H. Leiter

400 mm Öffnung: Mit 21 mm Ethos Okular (85-fach) ist ein schwacher offener Sternhaufen zu sehen, der sich gut von der Umgebung abhebt. Eine S-förmige Kette aus kleinen Sternchen schlängelt sich durch den Haufen, welcher weiter aussen von einem Ring aus helleren Sternen umgeben ist. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Bernd Nies

Quellenangaben

138WEBDA, Sternwarte Genf; obswww.unige.ch/webda
147Aladin Lite; aladin.u-strasbg.fr/AladinLite (2020-12-23)
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
277«Historische Deep-Sky Kataloge» von Dr. Wolfgang Steinicke; klima-luft.de/steinicke (2021-02-17)
313«A New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John F.W. Herschel, Bart., revised, corrected, and enlarged» Dreyer, J. L. E. (1888); Memoirs of the Royal Astronomical Society. 49: 1–237; Bibcode:1888MmRAS..49....1D
465«Catalogue of 500 new nebulae, nebulous stars, planetary nebula:, and clusters of stars; with remarks on the construction of the heavens» William Herschel, Philosophical Transactions of the Royal Society of London, 1 January 1802; DOI:10.1098/rstl.1802.0021