Messier 40, Winnecke 4

Messier 40
Messier 40: Mit fünf kleinen Galaxien: Ausschnitt aus dem STScI Digitized Sky Survey [147]

Geschichte

Messier 40 ist einer der wenigen Fehler im Messier-Katalog und wird hier nur aufgeführt, um die Sammlung zu vervollständigen. Charles Messier war am 24. Oktober 1764 auf der Suche nach einem von Hevelius beschriebenen «Nebel über dem Rücken [von Ursa Major]», welche er in seinem 1660 erschienenen Werk «Prodomus Astronimae» erwähnt hatte. Er schrieb dazu: «Zwei Sterne, sehr nahe beieinander und sehr klein, platziert am Ursprung des Schwanzes des Großen Wagens. Es ist schwierig, diese mit einem gewöhnlichen 6-Fuß-Teleskop zu unterscheiden. Es wird nach dem Nebel gesucht, der sich über dem Rücken des Großen Wagens befindet, von dem im Buch der Sternfigur von 1660 berichtet wurde.» [281] Es gibt hier aber keinen Nebel, den Hevelius gesehen haben könnte, sondern nur zwei sehr nahe beieinander stehende Sterne 9. Größenklasse. Die waren vielleicht unter schlechten Beobachtungsbedingungen mit dem damaligen Teleskop nicht klar zu sehen und mit einem Nebel verwechselt worden.

M 40 ist identisch mit dem Doppelstern Winnecke 4, welcher 1863 vom deutschen Astronomen Friedrich August Theodor Winnecke als 4. Objekt in seiner Liste aufgenommen worden war. [4, 145]

Physikalische Eigenschaften

Die beiden Sterne von Winnecke 4 sind etwa 50" voneinander entfernt. Spätere Messungen mit den Raumsonden Gaia und Hipparcos ergaben unterschiedliche Parallaxen der beiden Sterne HD 238107 und HD 238108, womit eindeutig ist, dass sie nichts miteinander zu tun haben und nur aus unserer Perspektive zufällig nahe beieinander stehen. Der Stern HD 238107 (westlich) befindet sich in 317 pc (1034 Lichtjahre) Entfernung und der Stern HD 238108 (östlich) ist mit 145 pc (437 Lichtjahre) mehr als doppelt so nah. [4, 145]

Galaxien in der Nähe

Die Galaxien in der unmittelbaren Nachbarschaft sind mit den Größenklassen 12 bis 15 viel zu schwach als dass sie Messier — geschweige denn Hevelius hätte sehen können.

«Catalogue of Principal Galaxies (PGC)», Paturel et al. 1989 [144]
NameRA [hms]Dec [dms]mTypeDim [']Btot [mag]HRV [km/s]PA [°]
NGC 428412 20 12.8+58 05 21S2.5 x 1.214.44215102
NGC 429012 20 48.3+58 05 31SBR2.2 x 1.612.8303590
NGC 433512 23 01.5+58 26 38E1.9 x 1.513.44595145
NGC 436412 24 02.0+58 23 06L M1.2 x 1.114.24496
NGC 436212 24 16.8+58 21 23S.7 x .315.3

Auffindkarte

M 40 befindet sich im Sternbild Ursa Major oberhalb des linken oberen Kastensternes Megrez (δ Ursae Majoris), unmittelbar beim 5.5 mag hellen Stern 70 Ursae Majoris. Wer nicht nur einen optischen Doppelstern betrachten möchte, kann sich auf die Suche nach den fünf schwachen Galaxien in der Nähe machen. Von Dezember bis Juni steht das Sternbild am höchsten am Himmel.

Karte Messier 40
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

400 mm Öffnung: Der optische Doppelstern Winnecke 4 ist eher unscheinbar. Die Galaxie NGC 4290 ist markant und erscheint oval. Die anderen Galaxien im selben Sichtfeld erschienen nur als unscharfe Flecken, teilweise nur indirekt. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Bernd Nies, Glaubenberg Langis, February 28, 2022

Quellenangaben

4«Burnham's Celestial Handbook: An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System» by Robert Burnham; Dover Publications, Inc.; Voume I: ISBN 0-486-23567-X; Volume II: ISBN 0-486-23568-8; Volume III: ISBN 0-486-23673-0
144Catalogue of Principal Galaxies (PGC); Paturel G., Fouque P., Bottinelli L., Gouguenheim L.; Astron. Astrophys. Suppl. Ser. 80, 299 (1989); cdsarc.unistra.fr/viz-bin/cat/VII/119 (2021-02-18)
145SIMBAD astronomical database; simbad.u-strasbg.fr/simbad
147Aladin Lite; aladin.u-strasbg.fr/AladinLite (2020-12-23)
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
281«Catalogue Nébuleuses et des Amas D'Étoiles» Observées à Paris, par M. Messier, à l'Observatoire de la Marine, hôtel de Clugni, rue des Mathurins. «Connoissance des temps ou connoissance des mouvements célestes, pour l'année bissextile 1784 » Page 227; gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6514280n/f235 (2021-02-21)