Kugelsternhaufen Messier 28

Messier 28
Messier 28: Aufnahme mit dem Hubble Weltraumteleskop in sichtbarem Licht, UV und Infrarot [240]

Objektbeschreibung

Der Kugelsternhaufen befindet sich etwa 0.8° nordwestlich des Sterns Kaus Borealis (λ Sagittarii, 2.82 mag). Er wurde erstmals von Charles Messier im Juli 1764 entdeckt. Er beschrieb ihn als «Nebel ohne Stern, rund, schwierig im 3.5-Fuß Teleskop zu sehen, Durchmesser 2'». Vermutlich war Wilhelm Herschel der erste, welcher M 28 in seine Einzelsterne auflösen konnte. Sein Sohn John schrieb folgendes: «Sehr hell, rund, starke verdichtet, aufgelöst in Sterne 14...15 mag. Ein schönes Objekt»

M 28 steht etwas im Schatten seines größeren Bruders M 22, der sich nur 3° entfernt befindet. Auch die Menge an Staub in der Region trägt etwas dazu bei. Es wird geschätzt, dass dadurch 2.5 Magnituden verloren gehen. M 28 ist dafür einer der kompakteren und dichteren Kugelsternhaufen. Der integrierte Spektraltyp ist F9 und die mittlere Helligkeit der hellsten 25 Sterne beträgt 14.73 mag. Er bewegt sich mit 11.11 km/s von uns weg. Die Entfernung wird auf 6 kpc (19'600 ly) geschätzt. [4, 145]

Der Kugelsternhaufen ist insbesondere bemerkenswert, da er der erste ist, bei dem ein Millisekunden-Pulsar gefunden wurde: PSR B1821–24. Dieser dichte Neutronenstern rotiert mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit (einmal all drei Millisekunden) und emittiert Strahlung von seinen Polen, dessen konzentrierter Strahl wie der eines Leuchtturms über die Erde streicht. Der Pulsar wurde 1986 mit dem Lovell Radioteleskop in England entdeckt. [240]

«Revised New General Catalogue and Index Catalogue» Dr. Wolfgang Steinicke, 2021 [277]
BezeichnungNGC 6626
TypGCL (IV)
Rektaszension18h 24m 32.9s
Deklination-24° 52' 10"
Durchmesser13.80 arcmin
Visuelle Helligkeit6.9 mag
Dreyer Beschreibung!, globular, vB, L, R, geCM, rrr, st 14…16
IdentifikationM 28, GCL 94, ESO 522-SC23

Auffindtipp für Messier 28

M 28 ist wirklich einfach zu finden. Er befindet sich im Sternbild Schützen (Sagittarius), etwa 0.8° nordwestlich des Sterns Kaus Borealis (λ Sagittarii, 2.82 mag). Er kann am besten in den Monaten Juni bis August beobachtet werden. Dann steht das Sternbild am höchsten über dem Südhorizont.

Karte Messier 28
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Quellenangaben

4«Burnham's Celestial Handbook: An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System» by Robert Burnham; Dover Publications, Inc.; Voume I: ISBN 0-486-23567-X; Volume II: ISBN 0-486-23568-8; Volume III: ISBN 0-486-23673-0
145SIMBAD astronomical database; simbad.u-strasbg.fr/simbad
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
240Messier 28; nasa.gov/feature/goddard/2017/messier-28 (2021-01-22)
277«Historische Deep-Sky Kataloge» von Dr. Wolfgang Steinicke; klima-luft.de/steinicke (2021-02-17)