IAU Sternbildkarte
IAU NameUrsa Minor
IAU GenitivUrsae Minoris
IAU KürzelUMi
Deutscher NameKleiner Bär
Englischer NameLittle Bear
Saison (47°N)Feb … Aug
Rektaszension0h 00m 00s
24h 00m 00s
Deklination+65° 23' 59"
+90° 00' 00"
Fläche256°2
Nachbarn (N↻)Cep, Cam, Dra

Sternbild Ursa Minor (Kleiner Bär)

Das Sternbild liegt zwischen Draco, Cassiopeia und Camelopardalis am Himmelsnordpol. Dieser befindet sich zur Zeit nur etwa 0.8° vom hellen Stern Polaris entfernt. Ursa Minor hat in etwa dasselbe Alignement wie sein grosser Verwandter Ursa Maior und ist dadurch leicht erkennbar. Die Fläche des Sternbildes beträgt 256 Quadratgrad und das Zentrum kulminiert jeweils etwa am 13. Mai um Mitternacht. [9, 15]

Sterne mit Eigennamen:

  • α Ursae Minoris: Polaris, Alruccabah, Cynosura, Phoenice, Lodestar, Pole Star, Tramontana, Angel Stern, Navigatoria, Star Of Arcady, Yilduz, Mismar
  • β Ursae Minoris: Kocab, Kochab, Kochah, "Guards Of The Pole
  • γ Ursae Minoris: Pherkad, Pherkad Major
  • δ Ursae Minoris: Yildun, Vildiur, Gildun
  • 11 Ursae Minoris: Pherkad Minor

Bestimmung der visuellen Grenzgrösse

Auffindkarte
Auffindkarte für die schwächsten, noch sichtbaren Sterne (die Helligkeitsangaben stammen aus dem GSC und sind vermutlich nicht genau!)

Ein "Wow!"-Nachthimmel, der so klar und dunkel ist, dass die Milchstrasse von einem Horizont zum anderen verläuft und der Sternenzwischenraum schwarz und nicht blau erscheint, ist selten geworden. Manchmal sind es nur noch wenige Nächte pro Jahr.

Die Qualität des Nachthimmels wird vorwiegend durch die Menge von Wassertröpfchen und Staubpartikeln in der Atmosphäre bestimmt; dazu kommt noch die Aufhellung des Himmels durch natürliches Licht (Sonne, Mond, Airglow) und künstliches Licht (Strassenbeleuchtung, Reklamebeleuchtung, Disco Lightshows). Je stärker der Gehalt der Atmosphäre an Wasser und Staub ist, desto anfälliger ist sie auf Fremdbeleuchtung, da das Licht an diesen Partikeln gestreut wird. Das kann nachts bei Nebel gut an Autoscheinwerfern und Strassenleuchten beobachtet werden.

Nebenstehende Abbildung zeigt Ursa Minor, da dieses Sternbild das ganze Jahr über sichtbar ist und immer etwa gleich hoch am Himmel steht. Man wartet, bis das Auge völlig dunkeladaptiert ist (ca. nach 30min) und versucht dann mit Hilfe der Karte die schwächsten, gerade noch von blossem Auge sichtbaren Sterne zu bestimmen. Wenn leicht an den Sternen vorbeigeschaut wird (indirektes Sehen), können noch solche gesehen werden, die bei direktem Anblick nicht oder kaum zu erkennen sind.

Mythologie und Geschichte

Ein Teil des Sternbilds Ursa Minor dürfte zumindest phönizischen Ursprungs sein und diente dort der Navigation. Bis etwa 600 v. Chr. war das Sternbild nicht in die Gruppe der griechischen Sternbilder aufgenommen und wurde daher auch nicht von den griechischen Dichtern Homer und Hesiod erwähnt. Die griechischen Seefahrer verwendeten dafür den Grossen Bären als Navigationshilfe. Das Sternbild des Drachen war damals üppiger gestaltet, als wir es heute kennen, denn der Drache besass etwa beim Stern alpha Draconis Flügel und war dadurch entsprechend seiner mythologischen Bedeutung besonders eindrucksvoll. Der griechische Philosoph Thales von Milet gruppierte die Sterne der Drachenflügel neu, wodurch ein siebensterniges Sternbild entstand, das dem Grossen Wagen ganz ähnlich war, nur in umgekehrter Richtung am Himmel stand. Dieser sogenannte Kleine Wagen war eine einprägsame Navigationshilfe uns setzte sich daher rasch durch.

Neben den Namen Ursa Minor, Kleiner Bär und Kleiner Wagen sind auch die Bezeichnungen Ursa Phoenicia und Phoenice verwendet worden. Die Übertragung des Namens "Kleiner Bär" in die arabische Sprache hat zum Eigennamen Al Dubb al Asghar geführt, der beim deutschen Astronomen Bayer Dhubb Elezguar und beim englische Autor Chilmead Dub Alasgar geschrieben wurde. Die früen nordischen Kulturen haben in diesem Sternbild den Kleinen Streitwagen oder auch Thors Thron gesehen. [20]

Kataloge

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