IAU Sternbildkarte
IAU NameAries
IAU GenitivArietis
IAU KürzelAri
Deutscher NameWidder
Englischer NameRam
Saison (47°N)Aug … Feb
Rektaszension1h 46m 38s
3h 29m 43s
Deklination+10° 21' 48"
+31° 13' 17"
Fläche441°2
Nachbarn (N↻)Tri, Psc, Cet, Tau, Per

Sternbild Aries (Widder)

α, β und γ Arietis bilden eine gebogene Linie und repräsentieren die Hörner des Widders. Diese Sterne sind nicht wegen ihrer Helligkeit, sondern wegen ihres einfach zu merkenden Musters auffallend. Aries befindet sich westlich vom auffälligen Siebengestirn, den Pleiaden, gefolgt von Taurus. Die Sternbildfläche beträgt 441 Quadratgrad. Das Zentrum kulminiert um Mitternacht etwa am 20. Oktober. [9, 15]

Sterne mit Eigennamen:

  • α Arietis: Hamal, Hemal, Hamul, Ras Hammel
  • β Arietis: Sharatan, Sheratan, Al Sharatain
  • γ2 Arietis: Mesarthim, Mesartim, "First Star In Aries"
  • δ Arietis: Botein

Frühlingspunkt

Vor rund zwei Jahrtausenden überquerte die die Sonne in diesem Sternbild den Himmelsäquator nach Norden. Dieser Schnittpunkt wurde damals vielfach "Widderpunkt" genannt und markierte den Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel der Erde. Von hier aus wird heute noch die Rektaszension gezählt. Jedoch ist inzwischen der Widderpunkt, heute Frühlingspunkt genannt, aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse inzwischen ins Sternbild der Fische gewandert. [7]

Wanderung des Frühlingspunktes
Wanderung des Frühlingspunktes im Zeitraum von 1600 bis 2400 AD. Gegenwärtig liegt er im Sternbild Pisces und nähert sich Aquarius. (Abbildung aus [7], © Wil Tirion)

Mythologie und Geschichte

Das Sternbild Aries lässt sich bis ins Altertum zurückverfolgen. Obwohl es eher ein unscheinbares Sternbild ist, haben sich viele Legenden darum gebildet.

Eine Legende stammt aus der griechischen Mythologie. Da war Aries der Widder mit dem Goldenen Vlies. Einige sagen, dass dieser Widder der König der Götter selbst sei: Zeus nahm vermutlich die Form eines Widders an, um der Verfolgung durch die Riesen zu entfliehen. [76]

In einer anderen Legende wurde der Widder von Hermes - dem Götterboten und Gott des Schlafes und der Träume - gesandt um den Prinzen Phrixos und dessen Schwester Helle zu retten. Die beiden waren die Kinder der Wolkengöttin Nephele und des Herrschers von Orchomenos. Sie sollten auf Wunsch der Geliebten des Vaters, Ino, geopfert werden. Der Widder versuchte den Prinzen und die Prinzessin auf seinem Rücken durch die Luft über Land und Meer zu tragen - doch Helle fiel zu Tode, während sich Phrixos an des Widders Wolle festklammerte und sich dadurch retten konnte. Der Widder trug den Prinzen in ein Land nahe dem Schwarzen Meer. (Die Meerenge Dardanellen, zwischen der Ägäis und dem Marmarameer, trug aufgrund dieser Legende im Altertum den Namen Hellespont.)

Der Widder befahl dann Phrixos, ihn den Göttern zu opfern und ihm seine goldene Wolle abzunehmen. Phrixos überreichte das Vlies König Aeetes, der es in ein geheiligtes Gehölz hing, wo es von einem schlaflosen Drachen bewacht wurde. Das goldene Vlies war so strahlend hell, dass es das Land nachts in goldenes Licht tauchte.

Später wurde das Goldene Vlies mit der Reise des Schiffes Argo, bemannt mit Jason und seinen berühmten Argonauten - den Helden der griechischen Sage - in Verbindung gebracht. Sie fuhren nach Kolchis um das Goldene Vlies zu erobern. In der Zwischenzeit wurde dem Widder wegen seiner Freundlichkeit und seiner Grosszügigkeit ein Platz unter den Sternen beschert.

Vielleicht sind die Sterne des Sternbilds Aries deshalb so dunkel, weil der Widder sein strahlend helles Goldenes Vlies verlor, bevor der zwischen den Sternen platziert wurde. [76]

Das Sternbild war für die Römer Aries; Ovid hat es Phrixea Ovis (Schaf des Phrixos), andere haben es Portior Phrixi, Phrixi Vector (soviel wie Fährmann des Phrixos) genannt. Nach der goldenen Fellfarbe hat es Ovis aurea und Ovis auratus geheissen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass früher ein heute nicht mehr anerkanntes Sternbild nördlich vom Widder existierte. Das Sternbild hiess Musca Borealis (Nördliche Fliege). Andere Bezeichnungen waren Fliege, Vespa (Wespe, Bremse) und Apis (Biene).

Eine andere Auffassung meint, dass Aries die zum Teil modifizierte Figur Beel-zebul darstellt. Beel-zebul oder Beelzebub ist eine etymologische, aber nicht ganz gesicherte Ableitung von Baal-Zebub, dem Herr der Fliegen. Eine andere Ableitung ist die der phönikischen Gottesvorstellung: Baal der Fürst. Im Neuen Testament (Matthäus 12, 24-27) sieht man im Beelzebub den obersten Dämon, im Mittelalter hat man ihn als Patron der Magie und des Zaubers aufgefasst; christliche Theologen haben ihn zum Fürst des Reiches der Finsternis, zum Teufel, gewandelt. [20]

Die Araber sahen in den Sternen des Aries ein Schaf, die Chinesen einen Hund. [7]

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