Galaxie NGC 660

NGC 660
NGC 660: Aufnahme mit dem 8.1 m Gemini Teleskop auf Mauna Kea. © 2012 Gemini Observatory/AURA [291]

Geschichte

Am 16. Oktober 1784 entdeckte Wilhelm Herschel einen schwachen Nebel, den er als II 253 katalogisierte und notierte: «Ziemlich hell, ziemlich groß, ausgedehnt heller in der Mitte, auflösbar». [463] John Herschel nahm ihn 1864 in seinen "General Catalogue" mit der Bezeichnung GC 390 auf. [467]

Sir Robert Ball, ein Assistent von Lord Rosse in Birr Castle, beobachtete den Nebel mit dem 72-Zoll-Riesenteleskop und beschrieb ihn wie folgt: «Ein schöner Nebel vom Charakter des Nebels in Andromeda. Erheblich hell, sehr groß, ausgedehnt E 37,1°, möglicherweise gekrümmt und mit Details. Ausgedehnter Kern, von dem man vermutet, dass er aus zwei Teilen besteht oder irgendeine Besonderheit aufweist.» Eine spätere Beobachtung von Dreyer lautet: «Ziemlich hell, ziemlich groß, sehr ausgedehnt 41°. Sieht aus wie ein Pinsel, verblasst allmählich nach Süden hin, nach Norden hin schärfer definiert. Kondensation im nördlich folgenden Ende.» [364]

Am 30. September 1890 entdeckte der amerikanische Astronom Lewis Swift IC 148 mit dem 12-Zoll Refraktor des Lick-Observatoriums. [277]

Physikalische Eigenschaften

NGC 660 ist eine Starburst-Galaxie mit einem polaren Ring. Sie verfügt über eine stark geneigte, stark durch Gezeiten gestörte Scheibe, die von einem gasreichen Polarring umgeben ist. Eine solche Eigenschaft tritt hauptsächlich in elliptischen und S0-Gruppe von Galaxien auf. Die Scheibe wird unter einem Neigungswinkel von 70° nahezu Edge-On betrachtet und ist von einer deutlichen Staubschicht durchzogen. Die Neigung des Rings variiert im Verhältnis zur Ebene der Scheibe von etwa 45°-55° und ist daher nicht wirklich polar. NGC 660 zeigt Anzeichen eines Ausflusses von heißem Gas entlang seiner kleinen Achse. Staubkörner in einer Entfernung von etwa 2.5 kpc von der stellaren Scheibe tragen zu diesem Phänomen bei. Polarisation durch Streuung tritt auch abseits der kleinen Achse auf, was auf eine mögliche Verschiebung von Körnern von der stellaren Scheibe aufgrund von Gezeitenkräften während galaktischer Kollisionen hindeutet, wahrscheinlich unter Beteiligung einer massereichen, metallreichen Spiralgalaxie. Auch das Vorhandensein einer verformten Scheibe und des Rings weist darauf hin, dass diese Galaxie in der Vergangenheit eine Kollision erlebt hat. [295]

Revised+Historic NGC/IC Version 22/9, © 2022 Dr. Wolfgang Steinicke [277]
Name RA Dec Typ bMag vMag B-V SB Dim PA z D(z) MD Dreyer Beschreibung Identifikation, Anmerkungen
NGC 660 01 43 01.8 +13 38 37 Gx (SBa/PRG) 12.0 11.2 0.8 14.5 8.3 × 3.2 170 0.002835 11.97 13.450 pB, pL, E, bM, r WH II 253; GC 390; UGC 1201; MCG 2-5-13; CGCG 437-12; IRAS 01403+1323; PRC C-13
IC 148 01 42 26.9 +13 58 36 Gx (Irr) 13.5 12.8 0.7 14.0 3.5 × 1.1 50 0.002582 10.91 10.800 eeF, pS, v diffic, II. 253 sf UGC 1195; MCG 2-5-11; CGCG 437-10

Auffindkarte

Die Galaxie NGC 660 befindet sich im Sternbild Pisces. Die beste Zeit zum beobachten ist in den Monaten von Juli bis Januar, wenn das Sternbild am höchsten am Nachthimmel steht.

Auffindkarte Galaxie NGC 660
Galaxie NGC 660 im Sternbild Pisces. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Objekte innerhalb eines Radius von 15°

Quellenangaben