NGC 2261, Hubbles var. Nebel

Objektbeschreibung

NGC 2261
Fotografie der National Optical Astronomical Observatories

Wie viele interessante Deep-Sky Objekte, die heute dem Amateur zugänglich sind, wurde auch NGC 2261 von William Herschel im 18. Jahrhundert entdeckt. Anfangs dieses Jahrhunderts wurde dann die namensgebende Entdeckung gemacht: Der berühmte Astronom Edwin Hubble stellte aufgrund von Fotografien fest, daß sich Helligkeit und Form des Nebels von Zeit zu Zeit ändern. Es konnten zwei verschiedene Ursachen gefunden werden:

  1. Im Nebel befindet sich ein unregelmäßig veränderlicher Stern, R Monocerotis, dessen Helligkeitsschwankungen bis zu vier Größenklassen betragen.
  2. R Monocerotis wird zeitweise von Staubwolken verdeckt, bestimmte Gebiete des Nebels erhalten dann kein Sternlicht mehr und sind verdunkelt. Veränderungen können in größeren Teleskopen während kurzen Zeiträumen wie Monaten, Wochen und sogar Tagen sichtbar werden!

Wegen der eigentümlichen Form von NGC 2261, welche an einen langbärtigen Mann erinnert, der in einen langen, dicken Wintermantel eingehüllten ist, wird dieser Nebel auch Santa Claus Nebula genannt. Dazu kommt noch, daß er besonders gut im Winter während der Weihnachtszeit zu beobachten ist.

— 1996, Philipp Reza Heck

NGC 2261
Aufnahme von NGC 2261 mit dem Hubble Weltraumteleskop von 1999 [220]

Der Stern R Monocerotis befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung zur Erde. Er kann nicht direkt, sondern durch das von Staubwolken reflektierte Licht gesehen gesehen werden. Die Masse des Sterns wird auf 10 Sonnenmassen und sein Alter auf nur 300'000 Jahre geschätzt. Vermutlich existiert noch ein symmetrisches Gegenstück zum fächerförmigen Nebel auf der südlichen Seite des Sternes, doch wird dieses von dazwischen liegendem Staub auf unserer Sichtlinie verdeckt. [220]

— 8.1.2021, Bernd Nies

Daten für NGC 2261, zusammengefasst aus unterschiedlichen Katalogen.
BezeichnungenHubble's variable neb, NGC 2261
RA / Dec (B2000.0)06h 39.2m / +08° 44' [142]
SternbildMon [142]
Objekt KlasseNb [142]
Abmessungen 2.' [142]
Beschreibung (Dreyer)B, vmE 330deg , N com = *11 [142]

Wie findet man Hubbles Variablen Nebel?

Karte mit Hilfe von TheSky 2.11 [129] erstellt.

Hubble's Variable Nebula liegt etwa auf halber Strecke zwischen ξ Geminorum und dem Rosette Nebula, dessen offener Sternhaufen in dunklen Nächten schon von bloßem Auge gesehen werden kann. Der offene Sternhaufen NGC 2264 mit dem 4.7 mag Stern 15 Monocerotis liegt etwa ein Grad entfernt in Richtung elf Uhr und kann ebenfalls schon von bloßem Auge erkannt werden. Da Hubble's Variable Nebula relativ klein ist, hilft der 30'-Closeup in der Karte beim aufsuchen.

Beobachtung bei 200mm Öffnung

Zeichnung
Zeichnung: 200mm SCT (7. 09. 1996 Stefan Meister)

Die Beobachtung von NGC 2261, ist stark von den atmosphärischen Bedingungen abhängig! Es handelt sich um ein relativ helles und kleines Objekt, darum kommt es hier besonders auf die Luftruhe (Seeing) an, ob Struktur erkennbar ist oder nicht.

Bei schlechtem bis mittelmäßigem Seeing beobachte ich mit Vergrößerungen zwischen 100- und 150fach, bei mittelmäßig bis guten Verhältnissen zwischen 150- und 200fach und bei guten bis sehr guten Bedingungen gehe ich auch über 200fach. (Dies gilt für ein Spiegelteleskop mit 20 cm Öffnung und 2 m Brennweite.)

Beim Betrachten von Hubbles Variablem Nebel erkenne ich drei Bereiche: (I) den Stern R Monocerotis an der Spitze des Nebels, (II) den hellen, südlichen Bereich der den Stern enthält und (III) das nördlich anschließende schwächere Gebiet. Die Grenze zwischen Gebiet II und III verläuft unregelmäßig. Bei gutem Kontrast ist diese deutlich sichtbar.

Wegen der Veränderlichkeit des Nebels ist es lohnenswert Skizzen am Teleskop anzufertigen. Hubbles Variabler Nebel ist eines der wenigen Deep-Sky-Objekte an dem der Amateur-Astronom innert kurzer Zeit sichtbare Veränderungen feststellen kann - er ist damit eines der interessantesten und spannendsten Objekte!

— 1996, Philipp Reza Heck

Zeichnung: 20cm-SCT (8.12.1994 Philipp Reza Heck)
Falschfarbendarstellung der Bereiche I bis III (siehe Text)

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