Kugelsternhaufen Messier 3

Objektbeschreibung

Messier 3
Messier 3: 500 mm Cassegrain 5800 mm f/11.4; SBIG STL11K; 30+10+10+10 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2005 Radek Chromik

Neben M 13 im Sternbild Herkules ist Messier 3 der prächtigste Kugelsternhaufen am nördlichen Sternenhimmel. Er wurde am 3. Mai des Jahres 1764 von Charles Messier entdeckt. Er beschrieb ihn als runden Nebel ohne Stern, nach aussen hin dunkler werdend.

M3
Aufnahme von M 3 mit dem Hubble Weltraumteleskop [223]

Bemerkenswert an M 3 ist seine ovale Form. Die grösste Sternenkonzentration liegt etwas südwestlich vom Zentrum des Haufens. Ähnlich wie bei anderen grossen Kugelsternhaufen scheinen sich einige äussere Sterne entlang einer radialen Linie anzuordnen, ein Phänomen, welches als erstes von den beiden Herschels und Lord Rosse bemerkt wurde. Rosse fand auch einige dunkle Gebiete in der Zentralmasse, ähnlich wie in M 13. Die Präsenz von Dunkelwolken ist von grossem Interesse, da generell angenommen wurde, dass Kugelsternhaufen keinen Staub und Gas enthalten. Betrachtet man diese Dunkelnebel aber als Vordergrundobjekte, so könnte man argumentieren, dass solch kleine Dunkelnebel auch überall über den Himmel verteilt sein könnten, aber durch fehlen eines hellen Hintergrundobjekts nicht zu entdecken seien. M 3 liegt jedoch in einer Gegend weitab der Milchstrasse, die weitgehend frei ist von interstellarer Absorption. Dies lässt vermuten, dass die Dunkelwolken tatsächlich zum Kugelsternhaufen selbst gehören.

M 3 enthält mehr als 45'000 Sterne von etwa 12 mag bis zur Grenze der Wahrnehmbarkeit. Die Zahl der veränderlichen Sterne ist grösser als in jedem anderen beobachteten Kugelsternhaufen. Die Periode der meisten dieser Sterne dauert etwa einen halben Tag, das Licht verändert sich in einigen Fällen derart schnell, dass es sich in zehn Minuten verdoppelt. Sterne dieses Typs, genannt Haufen-Veränderliche, scheinen eine Subklasse der bekannten Cepheiden zu sein. Das typische Beispiel ist der Stern RR Lyrae. Mittels der Perioden-Leuchtkraft-Beziehung konnte eine Entfernung von 31'000 Lichtjahren ermittelt werden. [4, 100]

— 1999, Bernd Nies

«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 5272Gb13 42.2+28 23CVn16.26.4!!, glob. cl. , eB, vL, vsmbM, st 11...; = M3

Auffindtipp für M 3

Der Kugelsternhaufen befindet sich zwischen den Sternbildern Bootes und Coma Berenices im Sternbild Canes Venatici. Er liegt grob auf der halben Strecke von Arcturus (α Boötis) — Cor Caroli (α Canum Venaticorum), ungefähr dort, wo sie von der Verbindungslinie ρ Bootisβ Comae Berenices gekreuzt wird. Dort soll dann mit einem Grossfeldokular die Suche nach Messier 3 begonnen werden. In den Monaten Februar bis Juli steht der Kugelsternhaufen am höchsten am Himmel.

Auffindkarte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Creative Commons License Sofern keine anderen Quellen, Autoren oder Fotografen genannt werden, unterliegt diese Webseite der Creative Commons Attribution 4.0 International License.