IAU Sternbildkarte
IAU NameLyra
IAU GenitivLyrae
IAU KürzelLyr
Deutscher NameLeier
Englischer NameLyre
Saison (47°N)Apr … Okt
Rektaszension18h 13m 53s
19h 28m 29s
Deklination+25° 39' 51"
+47° 42' 52"
Fläche286°2
Nachbarn (N↻)Dra, Her, Vul, Cyg

Sternbild Lyra

Das Sternbild liegt zwischen Cygnus und Hercules. Lyra ist mit 286 Quadratgrad Fläche ein kleines, aber auffälliges und einprägsames Sternbild, besitzt es doch den fünfthellsten Stern Wega, der zusammen mit Atair (α Aquilae) und Deneb (α Cygni) das Sommerdreieck bildet. Südöstlich von Wega befindet sich ein markantes Parallelogramm aus vier Sternen. Nördlich davon steht der Vierfachstern ε12 Lyrae, dessen beiden um 208" getrennten Doppelkomponenten in einer klaren, ruhigen Nacht von blossem Auge getrennt werden können und somit als ein guter Test für die Sehschärfe dienen. Im Fernrohr entpuppen sich die beiden Doppensterne wiederum als Doppelsterne, welches ein Vierfach-Sternsystem ergibt. Das Zentrum des Sternbilds kulminiert jeweils etwa am 2. Juli um Mitternacht. [9,15]

Sterne mit Eigennamen:

  • α Lyrae: Vega, Wega, Fidis, Harp Star
  • β Lyrae: Sheliak, Shelyak, Shiliak
  • γ Lyrae: Sulafat, Sulaphat
  • η Lyrae: Aladfar
  • μ Lyrae: Alathfar, Al Athfar

Mythologie und Geschichte

In der griechischen Mythologie war Hermes der Sohn des Zeus. Er trug einen Flügelhut und Flügelschuhe. Er war der Beschützer der Händler und Diebe und der Meister in jeder Kunst der Täuschung. Er war es, der die Leier erfand. Er war noch ein Kind, da sah er eine Schildkröte im Grase weiden. Er trug sie nach hause, weidete sie aus, nahm ihren Panzer, zog eine Rindshaut darüber, spannte sieben Saiten aus Schafsdarm über einen Steg und liess sie ertönen.

Diese Leier kam später in den Besitz von Apollon, der sie schliesslich an seinen Sohn Orpheus weitergab, der ein gewaltiger Sänger war und um Eurydike werben wollte. Hymenaeus, der Gott der Vermählung, kam um die beiden zu trauen, doch schlechte Vorzeichen liessen die Zukunft dunkel erscheinen. Als die jungvermählte Eurydike im Garten spazierenging, wurde sie von einer Schlange gebissen, sank zusammen und starb.

Orpheus stieg in die Unterwelt herab, spielte dabei auf seiner Leier und sang dazu. Er wollte seine Gattin wieder ins Leben zurückholen. Er drang durch die Scharen luftiger Gebilde und die Schemen jenseits des Grabes vor bis zu Hades, dem Beherrscher der Unterwelt. Orpheus sang vom Unrecht des Todes seiner Gattin und erbat deren Freilassung. Während er so zum Klang seiner Saiten sang, begannen die blutlosen Seelen zu weinen, Tantalos schnappte nicht mehr nach entweichendem Wasser, Ixions Rad stand still, an Tityos Leber hackten nicht mehr die Geier, keine Krüge trugen die Danaiden und Sisyphos ruhte auf seinem Felsblock aus. Damals, so kündet die Sage, netzten zum ersten Mal Tränen die Wangen der Furien, weil das Lied sie rührte. Weder Hades' Gattin Persephone noch er selbst vermochten dem Flehenden seine Bitte abzuschlagen. Sie riefen Eurydike. Diese weilte bei den erst kürzlich gekommenen Schatten und ging wegen der Wunde langsamen Schrittes einher. Orpheus nahm sie bei der Hand und erhielt zugleich die Weisung, nicht eher die Augen zu wenden, als bis er das Tal der Toten verlassen habe, sonst sei das Geschenk widerrufen.

Orpheus und Eurydike erklommen stillschweigends den steilen Pfad hinauf zur Oberwelt, denn er war in der dichten, pechschwarzen Finsternis nur schwer zu finden. Schon waren sie nicht mehr weit von der Grenze der Oberwelt entfernt, doch Orpheus konnte die Schritte seiner Gattin nicht mehr höhren. Da drehte er sich um aus Angst, sie könnte schon entwunden sein. Doch da stand Eurydike, schöner denn zuvor. Während sie entschwand, streckte sie ihre Arme aus, voll Sehnsucht, Orpheus zu umarmen und umarmt zu werden, aber die Unglückliche greift nur in die entweichenden Lüfte. Als sie so zum zweitenmal starb, liess sie kein Wort der Klage über ihren Gatten vernehmen - worüber hätte sie auch klagen können als über seine Liebe zu ihr? Sie hauchte ein letztes Lebewohl, seinen Ohren kaum mehr vernehmlich, und sank dorthin zurück, woher sie gekommen war. [20,69]

Nach einer anderen Sage ist die Leier etwa in den Jahren 600 vor Christus im Besitz des griechischen Lyrikers Arion aus Lesbos gewesen. Auch er hat es verstanden, sein Instrument auf unnachahmliche Weise zu spielen.

Der Erzählung entsprechend wird das Sternbild Leier, Lyra, Cithara (viersaitige Zither), Orphei, Orphica, Mercurialis, Mercurii genannt. An Hermes' (Merkurs) Bastelarbeit, bei der er einen Schildkrötenpanzer mit Rindshaut abdeckte und Darmsaiten darüber spannte, erinnern auch die Namen Marina (dem Meer entstiegen), Testudo (Deckeltier, Schildkröte) und Belua aqatica (Wassertier). [20] Das Sternbild wurde auch als Adler oder Geier gedeutet. [7]

Beschriebene Deep-Sky Objekte

Kataloge


Yale Bright Star Catalogue, 5th Revised Ed. (Hoffleit+, 1991) [154] Koordinaten in J2000.0
HR B F RA [hms] Dec [dms] vMag Spektraltyp dMag Sep ["]
6872κ118 19 51.7+36 03 524.33 K2IIIabCN0.5
6903μ218 24 13.8+39 30 265.12 A3IVn
7001α318 36 56.3+38 47 010.03 A0Va 10.462.8
7051ε1418 44 20.4+39 40 125.06 H A4V 0.0209.3
7052ε1418 44 20.3+39 40 166.02 H F1V 0.0209.3
7053ε2518 44 22.9+39 36 475.14 H A8Vn 0.0209.3
7054ε2518 44 22.9+39 36 465.37 H F0Vn 0.0209.3
7056ζ1618 44 46.4+37 36 184.36 A4m v1.443.7
7057ζ2718 44 48.2+37 35 405.73 F0IV v1.443.7
7100ν1818 49 45.9+32 48 465.91 B3IV 5.958.7
7102ν2918 49 52.9+32 33 035.25 A3V 7.819.0
7106β1018 50 04.8+33 21 463.45 B8IIpe 5.245.7
7131δ11118 53 43.6+36 58 185.58 B2.5V 3.7174.6
7139δ21218 54 30.2+36 53 564.30 M4II 7.086.2
71571318 55 20.1+43 56 464.04 M5III
7178γ1418 58 56.6+32 41 223.24 B9III 8.3176.9
7192λ1519 00 00.9+32 08 444.93 K2.5IIIBa0.5
72151619 01 26.4+46 56 055.01 A7V 6.3200.
72611719 07 25.6+32 30 065.23 F0V 4.33.5
7262ι1819 07 18.1+36 06 015.28 B6IV
72831919 11 46.0+31 17 005.98 B9pSi
7298η2019 13 45.5+39 08 464.39 B2.5IV 4.028.3
7314θ2119 16 22.1+38 08 014.36 K0+II 4.7100.2
NGC 2000.0, The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters by J.L.E. Dreyer [142]. Koordinaten in B2000.0
Name Typ RA [hm] Dec [dm] ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 6606Gx18 14.7+43 1614.vF, S, R, gbM, vF* inv
NGC 6612Gx18 16.2+36 0515.eeF, eS, R, v diffic
NGC 6640Gx18 28.1+34 1814.vF, S, R, vlbM
IC 1288Gx18 29.4+39 431.314.v F, S, lE, 3 st nr
NGC 6646Gx18 29.6+39 5213.F, S, iF
IC 128918 29.8+40 00eeF, pS, lE, 3 st nr
NGC 6657Gx18 33.0+34 0214.vF, vS, sbM
NGC 6663Gx18 33.5+40 0315.eeF, pS, R, v diffic
NGC 6672Gx18 33.8+42 4815.2 close st, n one nebs
NGC 6662Gx18 34.0+32 0315.F* in vF, vS, lE neby
NGC 6665Gx18 34.5+30 4214.vF, vS
NGC 666618 35.3+33 35eF, S, R, v diffic
NGC 6671Gx18 37.4+26 2414.vF, vS, R, mbM
NGC 6675Gx18 37.4+40 0413.vF, E, 45"
IC 4772Gx18 39.9+40 001.115.eF, eS; 6685 f 2s , 2'.7 s
NGC 668518 39.9+39 59eeF, vS, R, v diffic, sp of 2
NGC 6686Gx18 40.1+40 0815.eeF, eS, R, v diffic, nf of 2
NGC 6688Gx18 40.7+36 1614.F, pS, R, bM
NGC 6693*18 41.6+36 55vF
NGC 6692Gx18 41.7+34 4914.vF, vS, irrE, sev vF st inv
NGC 6695Gx18 42.7+40 2414.vF, S, irrE ns, vlbM
NGC 6700Gx18 46.0+32 1714.eF, lE, dif, iR
NGC 6702Gx18 47.0+45 422.112.2pF, S, lE
NGC 6703Gx18 47.3+45 332.611.4B, S, R, mbM
IC 129418 49.9+40 15eeF, S, iR, v diffic, F* close nf
NGC 6710Gx18 50.6+26 502.012.8vF, S, R, bM
NGC 6713Gx18 50.7+33 5714.vF, S, R, bM
IC 1296Gx18 53.3+33 041.315.eF, pS, iR, 4' np M57
NGC 6720Pl18 53.6+33 022.59.0!!!, ring , B, pL, cE (in Lyra); = M57
NGC 6731-18 57.0+43 04vF
NGC 6740Gx19 00.8+28 4515.eeF, S
NGC 6743?19 01.4+29 16Cl, pL, P, st 11...12
NGC 6745Gx19 01.6+40 4513.vF, lE ns
NGC 6766-19 09.9+46 15PN , stellar
NGC 6765Pl19 11.1+30 330.6F, S, E
NGC 6767-19 11.6+37 43vF, S, R, stellar, S* nr n
NGC 6779Gb19 16.6+30 117.18.3glob. cl. , B, L, iR, gvmCM, rrr, st 11...14; = M5
NGC 6791OC19 20.7+37 5116.9.5vF
NGC 6792Gx19 21.0+43 0813.F, E 26deg , glbM, *9.5 sf

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