Galaxien Messier 99 + NGC 4298/4302

Objektbeschreibung

M 99 SDSS9
M 99: Ausschnitt aus dem Sloan Digitized Sky Survey [147]

Die Galaxie M 99 wurde am 15. März 1781 von Pierre Méchain entdeckt und am 13. April von Charles Messier katalogisiert. Er schrieb dazu: «Nebel ohne Stern, von sehr schwachem Licht, jedoch etwas klarer als der vorhergehende [M 98], oberhalb des nördlichen Flügels der Jungfrau und nebem dem gleichen Stern Nr. 6 von Berenikes Haar. Der Nebel liegt zwischen zwei Sternen siebter und achter Grösse. M. Méchain sichtete sie am 15. März 1781.» [281]

M 99 SDSS9
M 99: Aufnahme des Hubble Weltraumteleskops [215]

M 99 ist eine Spiralgalaxie des morphologischen Typs SA(s)c und der Helligkeitsklasse LC III. Sie entfernt sich von uns mit etwa 2400 km/s und die Distanz beträgt etwa 15 Mpc (49 Millionen Lichtjahre). [194] Sie hat ein etwas asymmetrisches Aussehen mit einem normal aussehenden und einem verlängertem, weniger stark gewundenen Arm. Die Ursache dafür könnte eine nahe und schnelle Begegnung vor etwa 280 Millionen Jahre mit der Galaxie NGC 4262 gewesen sein. Die Entfernung von M 99 zum Zentrum des Virgohaufens (M 87) beträgt etwa 1 Mpc. [293]

Die kleine Galaxie NGC 4262 wurde am 8. April 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt. Bei Simbad findet man hier einen morphologischen Typ von SB_a. Messwerte der letzten 20 Jahre zeigen Geschwindigkeiten von 1359 km/s bis 1367 km/s und Entfernungen von 15.4 Mpc bis 19.5. Sie ist Mitglied Nr. VCC 355 vom Virgo-Haufen. [145, 196]

Noch unscheinbarer ist die Galaxie IC 781. Sie wurde am 10. Mai 1888 von Guillaume Bigourdan entdeckt. Morphologischer Typ dS0, heliozentrische Geschwindigkeit 1356 km/s und Entfernung 14 Mpc. Virgo Cluster Mitglied Nummer VCC 389. [145, 196]

NGC 4298, NGC 4302 SDSS9
NGC 4298 (rechts) und NGC 4302 (links): Aufnahme mit dem Hubble Weltraumteleskop [294]

Das schöne Galaxienpaar NGC 4298 und NGC 4302 wurde am 8. April 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt. Sie sehen zwar sehr unterschiedlich aus, da wir sie aus verschiedenen Winkeln betrachten, sind einander im Aufbau jedoch recht ähnlich. Obwohl beide Galaxien aus unserer Perspektive direkt nebeneinander stehen, sind sie voneinander genug weit entfernt, dass zwischen ihnen keine gravitative Interaktion zu beobachten ist.

NGC 4298 ist vom morphologischen Typ SA(rs)c und in etwa 16 Mpc (52 Millionen Lichtjahre) Entfernung. Wir sehen sie unter einem Winkel von etwa 70°. Ihre Grösse wird auf etwa 45'000 Lichtjahre geschätzt, ungefähr ein Drittel unserer Milchstrasse. Mit 17 Milliarden Sonnenmassen ist sie weniger als zwei Prozent so schwer wie unsere Milchstrasse.

Von NGC 4302, welche wir direkt von der Kante sehen, ist nur das zentrale Staubband sichtbar. Sie befindet sich in etwa 20 Mpc Entfernung (65 Millionen Lichtjahre). Ein grosser blauer Bereich im südlichen Bereich zeugt von jüngster Sternentstehung. Ihr Durchmesser wird auf etwa 87'000 Lichtjahre geschätzt, was etwa 60 % von dem unserer Milchstrasse entspricht. Sie enthält etwa 110 Milliarden Sonnemassen, etwa ein Zehntel unserer Milchstrasse. [194, 196, 294]

— 8. 3. 2021, Bernd Nies

«Catalogue of Principal Galaxies (PGC)», Paturel et al. 1989 [144] Koordinaten in J2000.0; HRV = Heliozentrische Radialgeschwindigkeit; PA = Positionswinkel
NamenRA
[hms]
Dec
[dms]
Morph
Typ
Dim
[']
Btot
[mag]
HRV
[km/s]
PA
[°]
M 99, NGC 425412 18 49.3+14 25 07S5.3 x 4.610.42407
NGC 426212 19 30.6+14 52 44LB1.8 x 1.612.51360
IC 78112 20 02.8+14 57 39L1.1 x .914.5
NGC 429812 21 32.6+14 36 25S3.2 x 1.912.11140 140
NGC 430212 21 42.4+14 36 05S5.3 x 1.012.61108 178

Auffindkarte

Die Galaxien befinden sich im Sternbild Coma Berenices (Haar der Berenike) etwa zwischen den Sternen Vindemiatrix (ε Virginis) und Denebola (β Leonis). Die beste Zeit für die Beobachtung ist Januar bis Juli.

Karte
Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

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