Galaxienpaar M 95 und M 96

Objektbeschreibung

M 95
M 95: Aufnahme des Hubble Weltraumteleskops [215]

M 95 wurde am 20. März 1781 von Pierre Méchain entdeckt und am folgenden 24. desselben Monats von Charles Messier katalogisiert. Er schrieb dazu: «Nebel ohne Stern, im Löwen, oberhalb des Sterns l: das Licht ist sehr schwach.» [281]

Bei M 95 handelt es sich um eine schöne Balkenspiralgalaxie und zählt etwa 40 Milliarden Sterne. Sie befindet sich in etwa 33 Millionen Lichtjahren Entfernung und zählt zur Leo I Galaxiengruppe, welche M 95, M 105 und eine grosse Zahl anderer Galaxien enthält. In den Spiralarmen entstehen viele junge, blaue Sterne. Sie sind eng um das Zentrum der Galaxie gewunden und fast kreisrund. Im März 2016 wurde die Supernova SN 2012aw in den äusseren Spiralarmen dieser Galaxie entdeckt. Der Stern, welcher zur Supernova wurde, war ein grosser, roter Überriese mit der 26-fachen Masse unserer Sonne. [196, 215]

M 96
M 96: Aufnahme des Hubble Weltraumteleskops [215]

M 96 wurde in derselben Nacht von Pierre Méchain entdeckt und später von Charles Messier gesichtet: «Nebel ohne Stern, im Löwen, neben dem vorhergehenden; dieser ist weniger offensichtlich, beide sind auf der Parallelen von Regulus: sie gleichen den beiden Nebel Nr. 84 und 84 in der Jungfrau. M. Méchain hatte beide am 20. März 1781 gesehen.» [281]

M 96
M 96 mit dahinter liegende Edge-On Galaxie 2MFGC 8391: Ausschnitt aus dem Sloan Digitized Sky Survey [147]

Bemerkenswert an der Spiralgalaxie M 96 ist, dass sich ihr Kern nicht exakt im galaktischen Zentrum befindet. Sie befindet sich in etwa 35 Millionen Lichtjahren Entfernung. Masse und Grösse entsprechen etwa der unserer Milchstrasse. [215]

Im östlichen Teil der Galaxie blicken wir durch die Spiralarme auf die weit entfernte Galaxie 2MFGC 08391 mit extremer Kantenlage. Sie entfernt sich aufgrund der Expansion des Universums mit einer Geschwindigkeit von 16'530 km/s, was weiner Entfernung von etwa 244 Mpc (796 Millionen Lichtjahre) entspricht. [194]

— 6. 3. 2021, Bernd Nies

«Catalogue of Principal Galaxies (PGC)», Paturel et al. 1989 [144] Koordinaten in J2000.0; HRV = Heliozentrische Radialgeschwindigkeit; PA = Positionswinkel
NamenRA
[hms]
Dec
[dms]
Morph
Typ
Dim
[']
Btot
[mag]
HRV
[km/s]
PA
[°]
M 95, NGC 335110 43 58.0+11 42 14SBR7.3 x 4.410.6778 13
M 96, NGC 336810 46 45.2+11 49 15SBR7.8 x 5.210.1898 5

Auffindtipp

Die beiden Galaxien befinden sich im Sternbild Leo, etwa zwei Grad südlich auf der Mitte der Verbindungslinien der beiden Sterne Chertan (θ Leonis) und Regulus (α Leonis). Knapp ein Grad nordöstlich der Galaxie M 96 befindet sich die dreifache Galaxiengruppe M 105, NGC 3384, NGC 3389.

Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Beobachtung

Die beiden Galaxien sind mit einem kleineren Teleskop gut sichtbar. Mit einer durchschnittlichen Helligkeit von 10.5mag stellen sie keine allzu grosse Herausforderung dar. Sie zeigen sich aber umso deutlicher und heller. Leider geben alle vier Galaxien keine Strukturen von sich und die feinen Spiralarme bei M 95 und M 96 sind visuell nur an grösseren Teleskopen vorbehalten. [192]

Eduard von Bergen

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