Quasar 3C 273

Objektbeschreibung

Detailaufnahme des Jets von 3C 273 mit dem Canada-France-Hawaii (links) und dem Hubble Space Telescope (rechts) [106]

3C 273 ist das hellste bekannte Exemplar einer «quasi-stellaren Radioquelle» oder kurz: Quasar. Es handelt sich dabei um eine starke Radioquelle, die im Fernrohr dem Anblick eines schwachen Sterns ähnelt. Das Spektrum zeigt eine enorme Rotverschiebung von z = 0.158, was darauf hindeutet, dass sich dieses Objekt mit etwa 47'400 km/s oder 15.8 % der Lichtgeschwindigkeit von uns entfernt. Bei einer Hubble-Konstante von 75 km/s/Mpc ist der Quasar etwa zwei Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Im Jahre 1963 wurde 3C 273 vom Mond bedeckt. Seitdem ist bekannt, dass es sich dabei um eine Doppel-Radioquelle handelt und dass die beiden Radiokomponenten mit optisch sichtbaren Details identifiziert werden können. Die sternähnliche Komponente ist die Hauptkomponente, doch etwa 90% der Radioenergie stammt von dem nebligen Streifen oder «Jet» südwestlich vom Objekt. Der Jet beginnt etwa 11" vom hellen Zentrum und setzt sich etwa weitere 10" fort und ist etwa 1" bis 2" breit. Wenn die vorher angegebene Entfernung des Quasars stimmt, dann ist dieser Jet etwa 300'000 Lichtjahre lang.

3C 273 HST
Aufnahme von 3C 273 mit dem Hubble Weltraumteleskop, 2003 [213]

Die stellare Komponente von 3C 273 besitzt einen Radiokern von etwa 0.5" im Durchmesser und ist von einem Halo mit 3" umgeben. Angenommen die Entfernung sei korrekt, dann müsste der Durchmesser des Radiokerns etwa 7'500 Lichtjahre betragen. Der enorme Energieausstoss eines solch relativ kleinen Objekts ist schwierig zu erklären. Doch ein neues Problem taucht auf: Die stellare Komponente zeigt Helligkeitsschwankungen von etwa 0.5 Magnituden mit einer halben Periode von etwa 13 Jahren, aber auch plötzliche Anstiege für eine Woche oder so. Es ist schwierig zu verstehen, wie ein Objekt mit galaktischen Dimensionen solch schnelle Helligkeitsveränderungen zeigen kann, wo doch das Licht selbst Jahrhunderte benötigt um das Objekt zu durchqueren. Das lässt darauf schliessen, dass die wahre Quelle wenige Lichtmonate Durchmesser haben muss.

Die Natur eines Quasars ist noch nicht eindeutig bekannt. Es gibt Theorien über ultradichte Sterne, Hypersterne oder gravitationale Kollapse, doch es würde hier zu weit führen, diese Modelle zu erklären. Vermutlich sind sie mittlerweile auch schon wieder veraltet. [5, 70, 90, 92, 95, 106, 111, 124]

Quasar: 3C 273, PGC 41121, GSC 282:202
R.A.  : 12h 29m 6.6s
Dec.  : +02° 03' 08"
v Mag.: 12.3m-12.8m
z     : 0.158

Die Bezeichnung «3C» bezieht sich auf die Nummer im Third Cambridge Catalogue of Radio Sources, 1959 veröffentlicht von der Royal Astronomical Society in London. Der Quasar ist auch unter der Bezeichnung PGC 41121 im «Principal Galaxies Catalogue» aufgeführt.

Daten für PGC 41121, zusammengefasst aus unterschiedlichen Katalogen.
BezeichnungenPGC 41121
RA / Dec (B2000.0)12h 29m 06.8s / +02° 03' 07'' [144]
Radialgeschwindigkeit47367 km/s [144]

Wie findet man den Quasar?

Untenstehende Karte gibt die Position des Quasars 3C 273 im Sternbild Virgo wieder. Befindet man sich erst einmal im richtigen Himmelsabschnitt, so helfen die 1° und 15' Ausschnitte aus dem STScI Digitized Sky Survey bei der genauen Identifikation des Quasars, da sich dieser rein visuell nicht von den Umgebungssternen unterscheidet.

Karte 3C 273
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Visuelle Beobachtung

300 mm Öffnung: Dieses wirklich äusserst exotische Deep-Sky Objekt ist wesentlich einfacher aufzuspüren und zu sichten, als es auf den ersten Eindruck erscheint - umso frustrierender ist dann der Anblick eines 12.3 bis 12.8 hellen kleinen Sternchens, weshalb auch keine Skizze angefertigt wurde. Vom besagten Jet kann nichts erkannt werden, was auch etwas viel verlangt zu sein scheint. Der Quasar ist mit 300 mm Öffnung sehr gut sichtbar, vermutlich auch noch bis hinunter zu 150 mm Öffnung.

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