Galaxie Messier 61

Objektbeschreibung

M 61
Aufnahme von M 61 mit der Weitwikel-Kamera 2 des Hubble Weltraumteleskopes [189]

Die Galaxie Messier 61 wurde im Jahre 1779 vom italienischen Astronomen Barnaba Oriani entdeckt. Charles Messier bemerkte sie in derselben Nacht wie Oriani, doch vermutete darin einen vorbeiziehenden Kometen.

M 61
Aufnahme der Zentralregion M 61 des Hubble Weltraumteleskopes. Kombination aus Daten von 2003 und 2004. [191]

M 61 befindet sich in etwa 55 Millionen Lichtjahren Entfernung im Virgo Galaxienhaufen, dem etwa 1300 Galaxien angehören. Sie ist mit einem Durchmesser von rund 100'000 Lichtjahren etwa gleich gross wie unsere Milchstrasse. M 61 ist als Starburst-Galaxie bekannt, welche eine hohe Rate an Sternentstehung aufweisen und so ihr Vorkommen an Gas in (astronomischer Hinsicht) relativ kurzen Zeit verbrauchen. Mindestens sechs Supernovae wurden bisher in dieser Galaxie beobachtet. Im Zentrum befindet sich eine Starke Röntgenquelle. [189, 190]

Koordinaten in J2000.0; HRV = Heliozentrische Radialgeschwindigkeit; PA = Positionswinkel; "Catalogue of Principal Galaxies (PGC)", Paturel et al. 1989 [144]
NamenRA
[hms]
Dec
[dms]
Morph
Typ
Dim
[']
Btot
[mag]
HRV
[km/s]
PA
[°]
NGC 429212 21 16.3+04 35 47SB1.6 x 1.213.32258 7
NGC 430112 21 33.3+04 46 46S1.3 x .414.8 132
M 61, NGC 430312 21 54.6+04 28 20SBR6.5 x 5.910.11569

Auffindtip

Im Sternbild Jungfrau etwas ausserhalb des Virgo-Haufens findet man fast alleinstehend die Spiralgalaxie M61, etwa auf halber Strecke zwischen den Sternen Auva (δ Virginis, 3.42 mag) und ν Virginis (4.03 mag). In unmittelbarer Nähe befinden sich noch zwei schwächere Galaxien NGC 4292 und NGC 4301.

Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Beobachtung

Skizze
Bleistiftskizze von Eduard von Bergen, 2003

Die Galaxie zeigt im Gegensatz zu den meisten Geschwistern im Virgohaufen einiges an Struktur in mittelgrossen Teleskopen. Auffallend ist der markante etwas ausgedehnte Kern. Die beiden Spiralarme sind für sich einzeln erkennbar. Auch ist der eine Arm eindeutig länger und zeigt Helligkeitsunterschiede. Vorteilhaft zur Beobachtung ist eine mittelgrosse Vergrösserung, bei welcher der Himmelshintergrund bereits sauber auf schwarz abgedunkelt wird. [192]

14" PWO-Dobson, F:4.6 / TV-Radian 8mm, 200x, 0.3°
Eduard von Bergen

Creative Commons License Sofern keine anderen Quellen, Autoren oder Fotografen genannt werden, unterliegt diese Webseite der Creative Commons Attribution 4.0 International License.