NGC 2359, Thors Helm

Objektbeschreibung

NGC 2359
Aufnahme von David Malin mit dem 3.9m-Anglo Australian Telescope

Der seltsame Gasnebel, der heute als NGC 2359 bezeichnet wird, wurde im Jahre 1785 von William Herschel entdeckt. Dessen Sohn, John Herschel, erinnerte der Anblick des Nebels an eine Büste, die Kopf und Schultern darstellt.

Es handelt sich um einen Emissionsnebel um einen 10.4 mag hellen Wolf-Rayet Stern (WR). Diese Sterne zeichnen sich durch sehr hohe Temperaturen und einen extrem starken Massenverlust durch Sternwinde aus. Wie auch beim Bubble Nebula im Sternbild Cassiopeia wurde auch hier durch die starken Sternwinde eine sphärische Gasblase gebildet. Wenn der dichte Sternwind auf das umgebende interstellare Medium trifft, kommt es zu gewaltigen Kollisionen und Verwirbelungen. Spektralanalysen zeigen denn auch, dass der Nebel aus einem Gemisch von Sternwindmaterie und interstellarem Medium besteht.

Der westliche Teil dieses Nebelgebildes trägt die Bezeichnung IC 468, da er sehr viel lichtschwächer als der restliche ist und somit erst später bemerkt und im Index-Katalog vermerkt wurde. Meist wird heute diese IC-Nummer jedoch vernachlässigt.

— 1996, Philipp Reza Heck

Koordinaten in B2000.0. «The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142].
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
IC 468Nb07 17.5-13 09CMa20.vF neby, perhaps 2 or 3 st inv
NGC 2359Nb07 18.6-13 12CMa8.!!, vF, vvL, viF

Wie findet man den Wolf-Rayet Nebel?

NGC 2359 liegt im nordöstlichen Teil des Grossen Hunds (Canis Maior). Man findet ihn auf der Verbindung von Samoth (α Monocerotis) — Muliphein (γ Canis Majoris), ein Drittel näher zu Muliphein, zwischen den beiden offenen Sternhaufen NGC 2374 und NGC 2345. Der Nebel hat etwa dieselbe Deklination wie diese beiden Sternhaufen und liegt etwa auf dem östlichen Drittel näher zu NGC 2374. Die beste Beobachtungszeit ist Dezember bis Februar.

Auffindkarte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149,160]

Visuelle Beobachtung

200 mm Öffnung: Ohne Filter offenbart sich NGC 2359 lediglich als schwaches, diffuses Leuchten. Sobald man aber ein O-III-Filter montiert, wird das Objekt zu einem Augenschmaus! Um den 10.4 mag hellen Wolf-Rayet Stern wird der hellere Bereich am Rand der Gasblase sichtbar. Ausserdem zeigen sich drei 'Arme' die vom Randbereich der Blase ausgehen und dem Nebel ein eigentümliches Aussehen verleihen.

— 1996, Philipp Reza Heck

Zeichnung NGC 2359
Zeichnung: 300mm f/4 Newton (Stefan Meister)

300 mm Öffnung: Die Beschreibung des Objekts bei 300 mm Öffnung entspricht etwa der bei 200mm. Der Nebel ist bei der grösseren Öffnung heller und der Kontrast der Nebelstrukturen stärker, so dass feinere Details erkannt werden können. Der Einsatz eines O-III-Filters bringt auch hier einen deutlichen Gewinn.

— 1996, Stefan Meister

1 m Öffnung: Bei schlechten Bedingungen (dünne Wolken, eiskalter heftiger Mistral) erschien NGC 2359 ohne Filter auch im 1m-Teleskop von Puimichel nur als diffuser, strukturloser Nebel. Der Einsatz eines O-III-Filter änderte jedoch alles: Es zeigte sich ein kontrastreicher, grün leuchtender Nebel mit unglaublichen Strukturreichtum! Der Anblick der sich uns bei einem Meter Teleskopöffnung erbot, kam sehr nahe an photographische Aufnahmen heran (siehe AAT-Bild oben). Es zeigte sich eine am Rand heller werdende Blase in deren Zentrum der helle WR Stern sass. Die von der Blase ausgehenden 'Arme' zeigten eine unregelmässige Helligkeitsverteilung.

— 1996, Philipp Reza Heck

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