Galaxie NGC 1097

Objektbeschreibung

NGC 1097
NGC 1097: Balkenspiralgalaxie mit Gezeitenströmen in Fornax; 16" f/8.3 Hypergraph, SBIG STL-11000M,; 38 x 10 min Luminanz, je 5 x 10 min RGB, 2x2 Binning; Farm Tivoli, Namibia; © 2014 Eduard von Bergen, Hansjörg Wälchli

Wilhelm Herschel stiess am 9. Oktober 1790 mit seinem 18.7" Reflektor als erster auf diese Galaxie. [277] NGC 1097 ist eine Balkenspiralgalaxie des Typs SB(s)b und besitzt einen aussergewöhnlich hellen Kern und gehört deshalb zur Gruppe der Seyfert-Galaxien (Typ 1), welche zusammen mit Quasaren zu den aktivsten Galaxien gehören. Das supermassive schwarze Loch im Zentrum wird von Sternen, Gas und Staub gefüttert, welche spiralförmig hineinfallen, auseinandergerissen und aufgeheizt werden und so eine Akkretionsscheibe um das schwarze Loch formen.

NGC 1097
NGC 1097. Aufnahme mit dem 8.2 Meter Teleskop des VLT in Chile [236]

Die aus den gemessenen Fluchtgeschwindigkeiten errechneten Distanzen reichen von 14 Mpc bis 17.7 Mpc (45.6 bis 57.7 Millionen Lichtjahre). [145]

In Abb. 1 und Abb. 2 ist um das schwarze Loch im Zentrum ein auffälliger heller Ring zu erkennen. Dort entstehen massenweise neue Sterne, welche durch den Materiezufluss über zentralen Balken angeregt werden. Der Durchmesser des Rings wird auf etwa 5000 Lichtjahre und die Masse des schwarzen Loches auf etwa 140 Millionen Sonnenmassen geschätzt. Zum Vergleich: Das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstrasse besitzt «nur» ein paar Millionen Sonnenmassen. [235, 237]

NGC 1097
NGC 1097: Galaxie NGC 1097 mit allen vier Stellaren Gezeitenströmen, welche auf die Zwerggalaxie im Stream 1 zurückzuführen ist.; © 2021 Eduard von Bergen

Auf der Aufnahme in Abb. 1 sind vier schwache Strahlen zu erkennen, welche radial aus dem Zentrum der Galaxie zu kommen scheinen. In Abb. 3 sind diese stärker hervorgehoben. Diese wurden ursprünglich als Überreste der Jets eines derzeit weniger aktiven Kerns interpretiert. Eine weitere Analyse der spektralen Energieverteilung von Radio zu Röntgenstrahlung konnte einen solchen Ursprung ausschliessen. Diese «Jets» bestehen in Wahrheit aus einzelnen Sternen und sind durch gravitative Wechselwirkung mit kleinen Zwerggalaxien entstanden. Der Hauptverursacher ist nicht die kleine, elliptische Galaxie NGC 1097A, sondern der Überrest dessen wurde im L-förmigen Gezeitenstrom entdeckt. [238]

«Catalogue of Principal Galaxies (PGC)», Paturel et al. 1989 [144] Koordinaten in J2000.0; HRV = Heliozentrische Radialgeschwindigkeit; PA = Positionswinkel
NamenRA
[hms]
Dec
[dms]
Morph
Typ
Dim
[']
Btot
[mag]
HRV
[km/s]
PA
[°]
NGC 1097A02 46 09.9-30 13 45E M.8 x .513.01337 105
NGC 109702 46 18.9-30 16 21SBR9.4 x 6.610.31274 130

Auffindkarte

Die Galaxie NGC 1097 befindet sich im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) bei einer Deklination von -30° und steht somit tief am Südhimmel. Die beste Zeit hierfür ist um den November herum, dann steht das Sternbild um Mitternacht am höchsten über dem südlichen Horizont. Folge dem Fluss Eridanus neben Rigel im Orion beginnend bis zur zweiten Flussbiegung. Sofern nicht die drei Sterne Dalim (α Fornacis, 3.79 mag) — β Fornacis (4.46 mag) — ν Fornacis (4.96 mag) im Lichtdom von Mailand versinken oder von einem Berg abgeblockt werden, weisen sie einem den Weg zu NGC 1097.

Karte
Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

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