IAU Sternbildkarte
IAU NameHydra
IAU GenitivHydrae
IAU KürzelHya
Deutscher NameWasserschlange
Englischer NameFemale Water Snake
Saison (47°N)Feb … Apr
Rektaszension8h 10m 57s
15h 02m 32s
Deklination-35° 41' 39"
+6° 37' 49"
Fläche1303°2
Nachbarn (N↻)Crt, Sex, Leo, Cnc, CMi, Mon, Pup, Pyx, Ant, Cen, Lup, Lib, Vir, Crv

Sternbild Hydra (Wasserschlange)

Hydra ist mit einer Fläche von 1303 Quadratgrad das grösste und mit rund sieben Stunden in Rektaszension (105°) auch das längste Sternbild am Himmel. Aufgrund der jedoch zahlreichen lichtschwachen Sterne ist es nur nur schwer zu identifizieren. Neben Alphard, dem hellsten Stern, der das Herz der Wasserschlange darstellt, ist nur noch der aus einer Gruppe von sechs Sternen bestehende Kopf leicht zu finden. Der Kopf der Hydra liegt südlich von Cancer. Der Körper taucht unter den Äquator und windet sich nach Osten, südlich von Sextans, Crater, Corvus, Virgo bis zur Libra, wo der Schwanz zu finden ist. Alphard kulminiert jeweils etwa am 9. Februar um Mitternacht. [9, 15]

Sterne mit Eigennamen:

  • α Hydrae: Alphard, Alfard, Alphart, Kalbelaphard, Cor Hydrae
  • σ Hydrae: Al Minliar Al Shuja, Minchir

Mythologie und Geschichte

Bei der nördlichen Wasserschlange überlagern sich zwei verschiedene Bilder aus der griechischen Mythologie.

Das erste Bild zeugt von der eher harmlosen Wasserschlange aus der Geschichte des Raben: Der Rabe wurde von Apollon ausgesandt, um mit einem goldenen Becher frisches Quellwasser zu holen. Stattdessen tat sich dieser an Feigen gütlich und trug bei seiner Rückkehr die Wasserschlange in seinen Fängen, als angebliche Begründung für seine Verspätung. Um jedermann an diese Untat zu erinnern, wurden der Rabe samt Becher und Wasserschlange am Himmel zur Schau gestellt.

Von einem ganz anderen Schlag war die Wasserschlange, mit der Herakles zu tun hatte: In einem Sumpf in der Nähe von Lerna, einem See und einer Stadt an der Küste von Argo, hauste ein unsagbar gefährliches und grässliches Untier. Diese Schlange soll mehrere Köpfe gehabt haben. Fünf sollen es gewesen sein, aber manche sprechen auch von sechs, neun, ja fünfzig oder hundert Köpfen, aber in jedem Falle war der Kopf in der Mitte unverwundbar. Fürchterlich war es, da diesen grässlichen Mäulern - ob die Schlange nun schlief oder wachte - ein fauliger Atem, ein Hauch entwich, dessen Gift tödlich war. Kaum schlug ein todesmutiger Mann dem Untier einen Kopf ab, wuchsen auf der Stelle zwei neue Häupter hervor, die noch furchterregender waren. Eurystheus, der König von Argos, beauftragte Herakles in seiner zweiten Aufgabe diese lernäische Wasserschlange zu töten.

Also zog Herakles aus und sein Neffe Iolaos, ein tüchtiger kalydonischer Jäger, begleitete ihn. Er versuchte als erstes mit Brandpfeilen die Schlange aus ihrem Schlupfwinkel zu vertreiben, dann wollte er ihr mit der riesenhaften Keule ans Leben, doch erfolglos. Auch das messerscharfe Sichelschwert half nicht viel, denn jeder Kopf wuchs nach - nicht bloss einfach, sondern gleich zweifach. Herakles schickte Iolaos in den Wald, um dort ein Feuer zu entfachen, damit Brandfackeln gebracht werden können. Er presste die Fackeln auf die frisch geschlagene Wunden und verhinderte somit ein erneutes Nachwachsen. Beinahe wäre auch dieser Angriff vereitelt worden, denn Hera hasste aus tiefstem Herzen den unehelichen Sohn ihres Gatten Zeus und sandte einen grossen Krebs, der den Helden in dieser gefährlichen Situation in die Ferse stach. Doch Herakles zertrat das Tier und schleuderte es weg. Er und sein Neffe enthaupteten schliesslich die Schlange vollends und befreiten die Stadt Lerna dadurch vor einer grossen Gefahr. Herakles tauchte dann seine Pfeilspitzen in das giftige Blut, das aus den Hälsen der Schlange quoll. Seine Pfeile waren fortan noch viel gefährlicher, als sie es vorher schon waren.

Die Nördliche Wasserschlange wird auch als Weibliche Wasserschlange und als Grosse Wasserschlange bezeichnet und trägt auch die lateinischen Namen Hydra, Hydra et Crater oder Hydra et Corvus. Früher existierte das Sternbild Faelis, Felis bzw. Katze südlich von der Nördlichen Wasserschlange, wird aber heute nicht mehr anerkannt. [20]

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